Übergewicht wird zu einem immer gewichtigeren Problem, vor allem in den Industrieländern. Trotz der Fortschritte in der Medizin ist Übergewicht noch immer ein wichtiger Grund für Morbidität und Mortalität. In einer Studie sollte jetzt untersucht werden, ob der Body Mass Index (BMI) von Frauen vor einer Schwangerschaft Auswirkungen auf die Komplikationsrate hat.

Mit Hilfe der „McGill Obstetrical and Neonatal Database“ untersuchten kanadische Wissenschaftler retrospektiv das Geburtsergebnis zehntausender kanadischer Frauen, die zwischen 1987 und 1997 Kinder geboren hatten. 4.312 Frauen (23,1 Prozent) galten mit einem BMI von weniger als 20 kg/m2 als untergewichtig. Normalgewichtig mit einem BMI zwischen 20 und 24.9 kg/m2 waren 10.021 Frauen (53,8 Prozent) während 3.069 Frauen (16,5 Prozent) einen BMI zwischen 25.0 und 29.9 kg/m2 erreichten und damit als übergewichtig galten. Stark übergewichtig (BMI größer als 30 bis 39.9 kg/m2) waren 1.137 (6.1 Prozent) der Frauen. Schließlich gab es noch die Kategorie der krankhaft Übergewichtigen mit einem BMI über 40.0 kg/m2). Dies betraf 104 (0.6 Prozent) der Frauen.

Tatsächlich ist das Risiko für Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen bei Frauen, deren BMI über 25 kg/m2 liegt, erhöht: So liegt das relative Risiko einer Präeklampsie im Vergleich zu Normalgewichtigen für Übergewichtige, stark Übergewichtige und krankhaft Übergewichtige bei 2.28, 4.65 beziehungsweise 6.26. Das relative Risiko für einen Schwangerschaftshochdruck: 1.56, 2.01 und 2.77. Weniger stark aber immer noch deutlich erhöht das relative Risiko bei einigen Geburtsrisiken: Frühgeburt: 1.20, 1.60 beziehungsweise 2.43. Kaiserschnitt: 1.48, 1.85 und 2.92.

Untergewichtige Frauen hatten gegenüber den Normalgewichtigen dagegen ein geringeres Risiko für Präeklampsie, Schwangerschaftshochdruck, Kaiserschnitt und andere Komplikationen.


MEDICA.de; Quelle: Archives of Gynecology and Obstetrics 2007, Vol. 275, S. 39-43