Mit der Bildung sinkt das Risiko bei Frauen

Das viele Lernen scheint sich bei
Frauen auch gesundheitlich
auszuzahlen; © PixelQuelle.de

Dass der zerebrale Insult bestimmte Gruppen der Gesellschaft stärker trifft als andere, wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen. So konnte gezeigt werden, dass Männer in einer schlechteren soziodemographischen Position häufiger von einem Schlaganfall betroffen sind als „besser gestellte“ Männer. Ob ein solcher sozidemographischer Gradient in Bezug auf den zerebralen Insult auch bei Frauen besteht, war weit weniger gut dokumentiert.

Nun haben schwedische Forscher diese Forschungslücke teilweise gefüllt. Sie analysierten die Daten der Frauen aus der „Women’s Lifestyle and Health Cohort Study“, an der in Schweden 49.259 Frauen teilgenommen hatten. Alle waren zu Beginn der Studie im Jahre 1991 und 1992 30 bis 50 Jahre alt. Bei allen Probandinnen erhob man umfangreiches Datenmaterial, so auch soziale und demographische Angaben.

Bis zum Ende des Nachbeobachtungszeitraums im Jahre 2002 traten 200 Fälle eines zerebralen Insults auf; darunter 121 ischämische Insulte, 47 hämorrhagische Schlaganfälle und 32 Fälle unbekannter Genese.

Beim Abgleich mit den soziodemographischen Angaben zeigte sich, dass das Risiko stieg, je weniger Jahre formaler Schul- und Universitätsbildung die Frauen genossen hatten. Nachdem man die bekannten Risikofaktoren wie etwa Rauchen oder mangelnde Bewegung mit eingerechnet hatte, schwächte sich dieser Zusammenhang zwar ab, war aber noch immer statistisch signifikant. Beim ischämischen Insult war der Zusammenhang deutlicher als beim hämorrhagischen Insult.

Ob die Frauen im Beruf besonders stark angespannt oder gefordert waren, hatte dagegen keinerlei Einfluss auf das Insultrisiko, auch die soziale Unterstützung durch Familie oder Freunde nicht. Ebenso wenig spielten psychosoziale Faktoren eine Rolle, also die Frage, ob die Frauen etwa zu depressiven Gefühlen neigten.


MEDICA.de; Quelle: Stroke 2007, Vol. 109, S. 217-228