In den vergangnen Jahren haben fünf verschiedene Studien aus Schweden, Dänemark, Finnland, Kanada und den USA darauf hingewiesen, dass Frauen mit kosmetischen Brustimplantaten ein zwei- bis dreifach höheres Risiko haben, sich später selbst zu töten. Dieser Befund sollte jetzt in einer größeren Studie noch einmal überprüft werden.

3.527 Frauen nahmen an dieser schwedischen Langzeitstudie teil. Alle hatten sich zwischen 1965 und 1993 einer kosmetischen Brustimplantation unterzogen und wurden im Durchschnitt 18,7 Jahre lang nachverfolgt. In allen Fällen war die Brust vergrößert wurden, meist mit Silikonimplantaten. Die Frauen waren zum Zeitpunkt der Operation durchschnittlich 32 Jahre alt.

Während des Nachbeobachtungszeitraums starben 175 Frauen. Gemäß der Mortalitätszahlen der Allgemeinbevölkerung hätten aber statistisch nur 133,4 Frauen sterben dürfen. 24 der 175 gestorbenen Frauen hatten sich selbst umgebracht. In der Allgemeinbevölkerung hätte man bei dieser Gruppe dagegen nur acht Suizide erwartet. Damit ist das Risiko, dass eine Frau mit Brustimplantaten sich selbst tötet, etwa drei Mal so hoch wie bei Frauen ohne Brustimplantate. Die Selbstmordrate stieg etwa zehn Jahre nach der Brustimplantation an. Betroffen waren vor allem jene Frauen, die zum Zeitpunkt der Implantation bereits 45 Jahre oder älter waren.

Weitere 14 Frauen mit Brustimplantaten starben an geistigen Störungen oder Verletzungen und Unfällen, die im Zusammenhang mit Drogen oder Alkohol standen.

Dies ruft natürlich nach einer Erklärung. Vermutlich, so schreiben die Studienleiter, haben jene Frauen, die sich für eine Brustvergrößerung entscheiden, bereits ein höheres Suizidrisiko, da sie psychisch labiler sind. Man kann aber auch nicht ausschließen, dass sich das Suizidrisiko erst als Folge einer Implantation erhöht. Dies sollen weitere Studien klären.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Plastic Surgery 2007, Vol. 59, S. 119-123