Bild: Ein Tropf 
Genetische Variationen können
Schmerzmittel unterschiedlich
wirken lassen; © PixelQuelle.de

Genetische Analysen gewinnen in der Therapie immer stärkere Bedeutung. Die Pharmakogenetik kann gemeinsam mit einem guten Medikamenten- management die Rate der unerwünschten Wirkungen niedrig halten. Besonders wichtig ist das etwa bei Schmerzmitteln. Die meisten Analgetika werden durch polymorphe Enzyme wie Cytochrom P450 2D6 (CYP2D6); metabolisiert. Genetische Variationen dieses Enzyms können von einer völligen Enzymdefizienz bis zu einem ultraschnellen Metabolismus reichen. Im ersten Falle wirkt das Medikament nahezu toxisch, im zweiten Falle wird es zu schnell abgebaut, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen.

Schmerzpatienten mittels Pharmakogenetik zu untersuchen, kann die Effektivität von Schmerzmitteln erhöhen und die Rate unerwünschter Wirkungen senken. Dies zeigt eine Studie, die jetzt beim „American Academy of Pain Medicine 23rd Annual Meeting“ vorgestellt wurde. 61 Patienten nahmen an dieser Studie teil. Allen Patienten entnahmen man Blut, daraus wurde die DNA extrahiert und untersucht und ein CYP2D6 genotyping unternommen. Die Patienten nahmen einen der analgetischen Wirkstoffe Methadon, Oxycodon, Hydrocodon oder Tramadol ein.

Von jenen Patienten, die über unerwünschte Wirkungen im Zusammenhang mit der Einnahme eines dieser Wirkstoffe klagten, hatten 80 Prozent einen schlechten CYP2D6-Metabolismus. Es gab einen klaren Zusammenhang zwischen guten beziehungsweise schlechten Metabolisierern und dem Steady-State der entsprechenden Wirkstoffkonzentration: Je besser die Metabolisierung, desto niedriger der steady-state.

Nachweisbar war unter anderem auch ein klarer Zusammenhang zwischen der steady-state-Konzentration des Oxycodon und einer Schmerzlinderung: bei mehr als 30 ng/mL Oxycodon im Blut konnte der Schmerz wirkungsvoll bekämpft werden. Bei Spiegeln darunter litt der Patient weiter unter Schmerzen.

MEDICA.de; Quelle: American Academy of Pain Medicine 23rd Annual Meeting Abstract 111