Mit endoluminaler Lasertherapie gegen Krampfadern

"Wir führen die so genannte endoluminale Lasertherapie sowie andere alternative Verfahren durch", erklärt Privatdozent Dr. Thomas Pröbstle, Oberarzt an der Universitäts-Hautklinik Heidelberg. Das fast 100 Jahre alte Stripping habe in den letzten Jahren ernsthafte Konkurrenz bekommen. Gemeinsam ist den neuen Verfahren, dass sie nicht die Krampfadern entfernen, sondern die erweiterten Blutgefässe von innen verschließen. Das geschieht durch Bestrahlung mit Radiowellen, mit dem Laser oder durch Schaumeinspritzung.

Die Laser-Methode wurde vor einigen Jahren von Dr. Pröbstle in Deutschland eingeführt. Ursprünglich in den USA zur Reife entwickelt, hat er die endoluminale Lasertherapie wissenschaftlich untersucht und weiter optimiert. Mittlerweile sind mehrere tausend Patienten an verschiedenen deutschen Kliniken damit behandelt worden.

Von besonderem Vorteil sei die exakte Steuerung und damit die Sicherheit der Laserbehandlung, da der Befund während des Eingriffs - im Gegensatz zum Stripping - kontinuierlich mit Ultraschall überwacht werden kann. In die erkrankte Vene wird eine sehr dünne, flexible Glasfaser eingeführt, die das Laserlicht an die Gefäßwand leitet. Durch die entstehende Wärme zieht sich das Gewebe zusammen, und das Gefäß ist nicht mehr durchgängig.

Nur sehr selten komme es zu Komplikationen, so der Mediziner. Leichte, vorübergehende Schmerzen könnten mit moderaten Medikamenten wirkungsvoll beherrscht werden. Bei Einführung der Lasertherapie traten im ersten Jahr bei circa fünf Prozent der Patienten erneut benachbarte Krampfadern auf oder dasselbe Gefäß sackte wieder aus. "Dies beobachten wir mittlerweile mit weiterentwickelter Technologie der Laseranwendung nur noch bei etwa 2 Prozent der Patienten, dieser Wert liegt besser als bei Patienten, deren Krampfadern mit einem Stripping entfernt wurden", berichtet Dr. Pröbstle.

Allerdings gibt es bislang noch keine Langzeitergebnisse. Diese sollen nun in einer Studie an mehreren Kliniken Deutschlands ermittelt werden.

MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg