Mit großen Schritten durch die Reha

Mit Stock über Stein - Nordic
Walking ist absoluter Trendsport
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Nordic Walking ist wie Langlauf ohne Ski. Der Sportler stemmt sich dabei wechselseitig durch zwei lange Stöcke nach hinten ab und unterstützt die Gehbewegung.

Am Rehabilitationszentrum der Frankenklinik in Bad Neustadt/Saale ist der Trendsport bereits seit zwei Jahren fester Bestandteil des physiotherapeutischen Aufbauprogramms. "Nordic Walking ist meines Erachtens der erste sinnvolle Trendsport. Er setzt sich aus harmonischen Körperbewegungen zusammen, die ein Minimum an Verletzungsgefahr bergen", so Prof. Dr. Dietmar Sailer, Ärztlicher Leiter der Klinik.

Ein weiterer Vorteil ist laut einer Studie des Cooper Instituts in Dallas mit Nordic Walking die gesteigerte Fettverbrennung, die sich um rund 50 Prozent gegenüber dem normalen, schnellen Gehen erhöht. Die Patienten optimieren diesen Effekt ganz einfach mit ihrer Laufgeschwindigkeit und halten so die Herzfrequenz im gewünschten Bereich.

Dadurch ergibt sich laut des Deutschen Nordic Walking Verbandes e.V. eine hervorragende therapeutische Wirkung, gerade für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck oder Adiposität. Der Einsatz der Stöcke entlaste die Anatomie, insbesondere Hüft-, Knie- und Sprunggelenke. Zusätzlich zu den Beinen würden sämtliche Muskeln des Oberkörpers beansprucht, so dass während des schnellen Gehens etwa 90 Prozent der gesamten Muskelmasse aktiviert sind. Nordic Walking trainiere die gesamte Haltemuskulatur, besonders den Bereich der Schultern und des oberen Rückens.

Aus diesen Gründen begrüßen auch die Krankenkassen die relativ junge Sportart, haben sie doch die guten rehabilitativen und gesundheitserhaltenden Eigenschaften längst erkannt. Sie bieten Nordic-Walking-Kurse und -Seminare an oder verweisen auf Kurse anderer Institute, die ganz oder zumindest zu 80 Prozent finanziert werden.

Für solche Lehrgänge bilden Verbände wie der Deutsche Nordic Walking Verband e.V. Physiotherapeuten, Ärzte und Diplomsportlehrer zu offiziellen Nordic-Walking-Instruktoren aus. Eine geschützte Berufsbezeichnung ist das allerdings nicht, da es noch keine bundeseinheitlichen Standards gibt, die die Inhalte der Ausbildung genau definieren.

Nach der Einführung des Nordic Walking in Deutschland im Jahre 2000 mit anfänglich 50.000 aktiven Nordic Walkern gingen nach Zahlen des Marktforschungsinstituts Growth from Knowledge (GfK) im Jahr 2004 etwa zwei Millionen Deutsche mit Stock über Stein.

cg / MEDICA.de