Mittelgroße Polypen gefährlicher als gedacht

Auch wenn sie nicht gerade groß sind,
können Polypen gefährlich werden
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Diese Ergebnisse werfen Fragen bezüglich einer Herangehensweise nach dem Motte „Warten und Beobachten“ für mittelgroße Polypen auf. „Ein sich abzeichnendes Problem bei kolorektalen Krebsuntersuchungen ist, wie man mit mittelgroßen Polypen umgeht. Denn viele der neuen Technologien, die gerade entwickelt werden, können nur die Darmoberfläche untersuchen, bieten aber nicht die Möglichkeit Polypen zu entfernen“, sagt Dr. Robert Schoen von der Universität Pittsburgh, der erste Autor der Studie. „Mit diesen neuen Methoden sind Koloskopien und Entfernung der Polypen als weitere Behandlungsschritte nötig. Doch aufgrund der Kosten und Risiken, ist es wichtig eine genaue Schwelle zu bestimmen, bei der nachfolgende Behandlungen wichtig werden. Mittelgroße Polypen sind ein unsicherer Bereich.“

In der Studie, an der 10.850 Männer und Frauen teilnahmen, wurden mit Hilfe von flexibler Sigmoidoskopie 2.183 Polypen der Größe 0,6 – 0,9 cm bei Männern und 1.426 bei Frauen gefunden. Bei der Sigmoidoskopie wird das Innere des Dickdarms vom Rektum aus durch den absteigenden Grimmdarm untersucht.

Wenn die Frauen und Männer in der Studie sich innerhalb eines Jahres einer diagnostischen Koloskopie unterzogen, wurden 14,5 Prozent der Frauen und 15,9 Prozent der Männer mit fortgeschrittenen Adenomen diagnostiziert (dabei handelt es sich um präkanzeröse Polypen oder Geschwülste im Dickdarm, die mit einem hohen Krebsrisiko verbunden sind), und 0,6 Prozent der Frauen und 0,7 Prozent der Männer mit Krebs. In einigen Fällen wurden die mittelgroßen Polypen, nachdem sie bei der Koloskopie entfernt und ausgewertet wurden, als groß eingestuft. In anderen Fällen, zeigten die kleinen Polypen wichtige schädliche Ausprägungen auf, wenn sie entfernt und unter dem Mikroskop betrachtet wurden.

„Das Ergebnis unserer Studie lautet, dass wir sorgsam überdenken sollten wo wir die Grenze bei der Polypengröße und Koloskopie ziehen“, sagt Dr. Schoen. „Diese Ergebnisse zeigen, dass man mit einer abwartenden Herangehensweise vorsichtig umgehen sollte.“

MEDICA.de; Quelle: University of Pittsburgh Medical Center