Die so genannte "mediterrane Diät" wurde in vielen Studien untersucht. Sie basiert auf Gemüse und mediterranen Früchten sowie Vollkornprodukten. Hinzu kommen viel Fisch und relativ wenige gesättigte Fettsäuren, dafür ungesättigte Fettsäuren, wie etwa in Olivenöl. Diese Art der Ernährung ist gesundheitsförderlich und kann die Prognose von Patienten mit Herz-Kreislauferkrankungen verbessern.

Im Rahmen der "European prospective investigation into cancer and nutrition (EPIC)"-Studie wurden 74.607 Männer und Frauen im Alter über 60 Jahre aus neun europäischen Ländern ohne kardiovaskuläre Vorerkrankungen zum Zusammenhang zwischen Nahrungsaufnahme und Lebenserwartung untersucht. Mittels eines umfangreichen Fragebogens gaben die Probanden Auskunft über ihre Nahrungsaufnahme. Eine ausgeklügelte Skala von insgesamt zehn Punkten gab an, inwieweit sich die Probanden mediterran ernährten beziehungsweise mit mehrfach-ungesättigten Fettsäuren. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind nämlich in den Ländern abseits des Mittelmeeres häufiger Nahrungsbestandteil. In den südlichen Ländern nimmt man dagegen gerne einfach-ungesättigte Fettsäuren zu sich. Eine strenge Definition des Begriffes "mediterrane Diät" gemäß der Form der aufgenommenen Fettsäuren hätte demnach nicht den Nahrungsgewohnheiten nördlich der Alpen entsprochen.

Beim Vergleich der erreichten Punktzahl auf der Skala mit der Lebenserwartung zeigte sich: Je eher Patienten sich gemäß einer an ihr jeweiliges Land angepassten mediterranen Diät ernährten, desto höher ist ihre Lebenserwartung. Dieser Erfolg war bei allen beteiligten europäischen Ländern gleichermaßen sichtbar.

Daraus folgt, dass auch jene Nahrungsgewohnheiten, die sich nicht streng an den Nahrungsmitteln des Mittelmeerraumes orientieren, dennoch bei gesunden Personen das Leben verlängern können.

MEDICA.de; Quelle: British Medical Journal 2005, Vol. 330, S. 991