Das hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe um die beiden Wissenschaftler David G. Blanchflower vom Dartmouth College in Hanover, New Hampshire, und Andrew J. Oswald von der University of Warwick in Coventry, Großbritannien, herausgefunden. Beide analysierten Umfragen, die einen Zusammenhang zwischen dem Lebensalter und Glück herausfinden wollten.

In den USA hatten an solchen Umfragen 20.000 Männer und 25.000 Frauen teilgenommen. In westeuropäischen Ländern beteiligten sich sogar 300.000 Personen an solchen Umfragen. In den USA stellte man den Personen im Rahmen der „General Social Surveys“ 1972 bis 2006 folgende Frage: „Wie würden Sie Ihre Situation heute einschätzen: Sind Sie sehr glücklich, glücklich oder weniger glücklich?“

Ähnlich lautete die Frage im alten Europa: „Sind Sie insgesamt sehr zufrieden, einigermaßen zufrieden, nicht sehr zufrieden oder überhaupt nicht zufrieden mit dem Leben, das Sie zur Zeit führen?“

Dabei zeigte sich in 72 von 80 Ländern, in denen diese Umfragen stattfanden, dass Menschen mittleren Alters insgesamt offenbar am unglücklichsten sind. Diese Ergebnis war unabhängig vom Familienstand, der Ausbildung, dem Beruf oder Kindern. Erstaunlicherweise ähnelten sich diese Ergebnisse in den europäischen Industriestaaten und den Entwicklungsländern zum Beispiel in Südamerika.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass jüngere und ältere Menschen offenbar insgesamt glücklicher sind als Menschen mittleren Alters. Über die Ursachen könne die Studienautoren nur spekulieren. Möglicherweise, so schreiben sie, haben jüngere Menschen noch Träume, auf deren Verwirklichung sie hoffen. Im mittleren Lebensalter wächst die Erkenntnis, dass sich viele Träume niemals verwirklichen werden. Ältere Menschen dagegen haben viele Träume aufgegeben und gelernt, sich mit ihren Stärken und Schwächen zu arrangieren.

MEDICA.de; Quelle: Social Science & Medicine 2008; Vol. 66, S. 1733-1749