15/09/2006

MRC Mobile Research Center

Mobile Lösung zur Vereinfachung der Dokumentation im Krankenhaus

Die Hauptzeit von MedizinerInnen wird Untersuchungen zufolge nicht für die Behandlung der PatientInnen, sondern für die Dokumentation dieser Tätigkeit und für die Kommunikation mit den ebenfalls involvierten weiteren Berufsgruppen benötigt. Das Mobile Research Center (mrc) des Landes Bremen präsentiert nun eine mobile Lösung für diese Fragestellung: einen „anziehbaren Dokumentations- und Kommunikationsassistenten“, der die Erfassung von Krankendaten und die Autorisierung von Folgebehandlungen bereits während der Visite direkt am Krankenbett ermöglicht. Nacharbeiten und zusätzliche Absprachen werden damit auf ein Minimum reduziert und Medienbrüche vermieden. Die eingesparte Zeit kann zu einer Qualitätssteigerung der Behandlung selbst führen.

Möglich wird dies durch ein am Körper tragbares Wearable-Computing-System, das drahtlos mit einer bettseitig vorhandenen Infrastruktur und einem mobilen Endgerät für das Pflegepersonal verbunden ist. Die MedizinerIn ist ausgestattet mit einem RFIDScanner und einem Bewegungssensor in einer Interaktionsmanschette am Arm sowie mit einem Headset. Die RFID-Technologie wird zur Identifikation der PatienIn und der ÄrztIn eingesetzt. In Kombination mit einer drahtlosen Vernetzung wird ein bettseitiger Zugriff auf die mobile Patientenakte ermöglicht. Der MedizinerIn kann mithilfe einer berührungslosen Gestensteuerung Eingaben machen oder sich Daten anzeigen lassen. Eine andere Geste aktiviert ein Headset zur Aufzeichnung von Sprache. Die unmittelbare räumliche Nähe kann in einer Erweiterung dieser Demonstration dazu genutzt werden zwischen ÄrztIn und Pflegepersonal am Krankenbett die erforderliche Autorisierung bei der Verordnung mittels mobiler Technologie zu vereinfachen. Beispielhaft wird demonstriert, dass auch die Integration weiterer Dokumentationsmittel – hier eine Kamera zur Dokumentation der Wundheilung – möglich ist.

Entwickelt wurde diese mobile Lösung im Rahmen des EU-Projektes wearIT@work, dem weltweit größten Projekt zum Thema Wearable-Computing zur Unterstützung mobiler Arbeitsprozesse.