Mobiltelefonieren schadet nicht

Bild: Eine junge Frau mit Handy

Kopfschmerzen nach einem Handy-
gespräch - wahrscheinlich sind die
Muskeln verspannt;© Pixelio.de

Viele Menschen klagen darüber, dass ihr Handy angeblich das Wohlbefinden beeinträchtige. Frühere Studien haben tatsächlich gezeigt, dass es beim Telefonieren über Handy zu Unwohlsein kommen kann. Dies hat man aber nicht auf das elektromagnetische Feld zurück geführt sondern eher auf Muskelanspannungen beim Tragen des Gerätes oder auf die Folgen negativer Telefongespräche.

Offenbar liegt die Ursache solcher negativer Begleiterscheinungen des Mobiltelefonierens tatsächlich nicht beim Telefon, sondern eher bei den Telefonierern. Zu diesem Ergebnis kommen norwegische Forscher, nachdem sie eine kleine Studie mit 17 Probanden durchgeführt haben. Alle Teilnehmer verspürten nach eigenen Angaben regelmäßig Kopfschmerzen oder Unwohlsein während oder kurz nachdem sie mit dem Handy telefoniert hatten, wenn diese Gespräche mindestens 15 bis 30 Minuten andauerten.

In einer Testsituation wurden die Probanden einem tatsächlichen elektromagnetischen Feld ausgesetzt, wie es bei Telefonaten über das Mobilfunknetz auftritt. Außerdem simulierte man Pseudo-Anrufe, bei denen kein elektromagnetisches Feld auftrat. Diese Expositionen dauerten jeweils 30 Minuten und wurden mehrfach wiederholt.

Bei 68 Prozent aller Expositionen berichteten die Studienteilnehmer anschließend von Kopfschmerzen oder Unwohlsein. Diese Beschwerden waren unabhängig davon, ob tatsächlich ein elektromagnetisches Feld aufgetreten war oder nicht. Außerdem hatten die tatsächlichen elektromagnetischen Felder keinerlei Einfluss auf Herzfrequenz oder Blutdruck, weder während der „Telefonate“ noch danach.

Woher kommt dann aber das subjektiv empfundene Unwohlsein? Am ehesten, so schreiben die Forscher, ist dies negativen Erwartungshaltungen zuzuschreiben. Menschen befürchten, dass das Handy ihnen schaden könnte – und so fühlen sie sich dann tatsächlich nicht wohl.

MEDICA.de; Quelle: Cephalalgia 2007, Vol. 27, S. 447-455