Foto: Moderner Chirurgieroboter

Moderne Chirurgierobotik: Das Telechirurgiesystem „MiroSurge“

25.02.2015

Am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR) in Oberpfaffenhofen übertragen Forscher Erkenntnisse aus der Raumfahrtrobotik in den Bereich der Medizin und interpretieren sie neu. Dort wurde auch das Telechirurgiesystem „MiroSurge“ entwickelt. Medizintechnische Systeme, die eine enge Verknüpfung von medizinischer Expertise und technischem Know-how notwendig machen, stehen im Mittelpunkt der MEDICA EDUCATION CONFERENCE, der Informationsplattform für Medizin und Medizintechnik, die vom 16. bis 19. November 2015 wieder in Düsseldorf während der MEDICA stattfinden wird.

Gegenwärtig ist „MiroSurge“ noch ein Laborprototyp. „Wir rechnen aber mit einer Markteinführung in wenigen Jahren“, sagt Dr. Bernhard Kübler, der das System auf der vergangenen MEDICA EDUCATION CONFERENCE erstmals vorstellte. „Es war wichtig, sich dabei mit praktizierenden Chirurgen auszutauschen.“ Auf diesen Dialog zwischen Medizintechnologie und Wissenschaft setzt die MEDICA EDUCATION CONFERENCE auch 2015 und widmet einen Veranstaltungstag der „Chirurgie und neuen operativen Techniken.“

Basiskomponente des vorgestellten Systems ist der Roboter-Arm „Miro“. Mehrere dieser Miro-Arme ergeben zusammen mit einer Eingabekonsole mit einem 3D-Display und zwei haptischen Eingabegeräten das System „MiroSurge“. Der Chirurg steuert mittels der wenige Meter vom Patienten entfernten Eingabegeräte mehrere Roboterarme. Dabei ist ein Roboterarm mit einer Stereo-HD-Endoskopkamera bestückt, um Videobilder aus dem Patienten zu übertragen. Zwei weitere Arme sind mit DLR-Instrumenten für ein beidhändiges Arbeiten im Operationsfeld ausgestattet. Diese Instrumente sind elektromotorisch angetrieben und tragen Sensoren in der Instrumentenspitze. „Die hochentwickelte Sensorintegration ist eine der Stärken des Systems“, sagt Dr. Kübler, „Sie erlaubt eine direkte Interaktion von Arzt, Roboter und Patient, d.h. die Sensoren messen Interaktionskräfte und -momente mit dem Gewebe im Operationsfeld und geben diese als haptische Erfahrung an den Arzt weiter – er spürt also, dass er Gewebe schneidet.“

Eine Anwendungsmöglichkeit des Systems liegt in der minimal invasiven Chirurgie, also für Schlüssellochoperationen. „Dort zielen wir auf die Gebiete ab, die aufgrund ihrer Komplexität bislang noch der offenen Chirurgie vorbehalten sind“, sagt Dr. Kübler. MiroSurge vermittle durch optimale Bewegungs- und Manipulationsmöglichkeiten der Instrumente und die sensorgestützte (Kraft-) Rückkopplung das Gefühl an den Chirurgen, mit den Händen im Patienteninneren zu sein. Für die Patienten bedeutet dies noch schonendere Operationen durch minimale Schnitte.

Im Unterschied zu bereits existierenden OP-Robotern zeichnet sich MiroSurge durch seine vielseitige Einsetzbarkeit aus. „Damit das System auch für kleine und mittelgroße Häuser rentabel ist, ist es auch in der offenen Chirurgie einsetzbar, beispielsweise in der Orthochirurgie beim Platzieren von Sägschablonen bzw. Bohrhülsen“, erklärt Dr. Kübler.

Weitere Informationen zum OP-Roboter gibt Dr. Kübler auch im Video-Interview unter www.medica.de/mec1.

Bei Abdruck Belegexemplar erbeten. Folgendes Bildmaterial ist kostenfrei verwendbar unter Angabe des Credits „Foto: DLR“ sowie des DLR-Logo auf dem Bild: www.dlr.de/rmc/rm/en/desktopdefault.aspx/tabid-3761/6104_read-516/ Terminhinweis

Vorab-Pressekonferenz zur MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2015

Termin: 20. April 2015, 11.30 bis 12.30 Uhr
Ort: Pressekonferenz MEDICA EDUCATION CONFERENCE auf dem 121. Internistenkongress in Mannheim, Dorint Kongress Hotel Mannheim, Raum Johann
Sebastian Bach

MEDICA EDUCATION CONFERENCE 2015
Termin: 16. bis 19. November 2015

Thementage:
Chirurgie und neue operative Techniken (16. November 2015)
Bildgebung, Endoskopie und Interventionen (17. November 2015)
Geriatrie, Palliativ- und Ernährungsmedizin (18. November 2015)
Infektiologie, Entzündung und Labormedizin (19. November 2015)

Ort:
Düsseldorfer Messegelände

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Düsseldorf, Februar 2015