Molekül leitet Nerven zu ihrem Ziel

Nur mit millionenfachen Verbindungen
zur anderen Hälfte funktioniert's
© Hemera

Die Forschungsergebnisse geben weiteren Aufschluss über die Entstehung des Corpus Callosum, eine große Faserverbindung aus Millionen einzelner Nervenfasern, die beide Hinhälften miteinander verbindet und den Informationsaustausch zwischen der rechten und linken Hemisphäre des erwachsenen Gehirns regelt. Wenn bei Personen einzelne Nervenfasern nicht ihr vorbestimmtes Ziel in der gegenüberliegenden Hirnhälfte erreichen, so können diese an Epilepsie oder anderen Störungen wie geistigen Behinderungen leiden.

Wissenschaftlern unter Leitung von Associate Professor Helen Cooper des Queensland Brain Institute an der University of Queensland gelang es am Mausmodell ein Molekül zu identifizieren, das dabei hilft, die Entwicklung des Corpus Callosum zu steuern. Das Wachstumsmolekül führt junge Nervenfasern aus dem Corpus Callosum zu ihrem vorbestimmten Ziel in der gegenüberliegenden Hemisphäre des Gehirns. Das so genannte Ryk Rezeptormolekül unterstützt damit die Zielsteuerung einzelner Nervenfasern, ein Prozess der für Übermittlung sensorischer Informationen im Gehirn von entscheidender Bedeutung ist.

Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Forschungsergebnisse eine Grundlage sein können, um wirksame Therapien gegen verschiedene Formen geistiger Behinderungen und Epilepsie zu entwickeln.

MEDICA.de; Quelle: Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann