Molekulare Krebsdiagnostik spürt wandernde Krebszellen auf

Foto: Eine Frau blickt durch ein Mikroskop

Mithilfe der neuen Technik konnten
die Forscher im Körper wandernde
Krebszellen aufspüren;
© panthermedia.net / Yuri Arcurs

Die Technik eigne sich zum Beispiel, um nach einer Therapie den Behandlungserfolg zu überprüfen und verbliebene Krebszellen ausfindig zu machen, erklären die Forscher um den Kinderonkologen Professor Holger Christiansen. Dadurch ließen sich möglicherweise Rückfälle durch Tochtergeschwülste wesentlich früher erkennen. Zudem sei es prinzipiell möglich, das Verfahren auf andere Tumorarten wie Brust- oder Darmkrebs zu übertragen.

Krebszellen, die sich im Körper auf Wanderschaft begeben, können unter Umständen die gefürchteten Metastasen hervorrufen. Mit der „Amplicon-Fusion-Site-PCR“ genannten Technik ist es möglich, solche Zellen zu finden. „Wir können damit prüfen, ob zum Beispiel nach der operativen Entfernung des Primärtumors, noch Krebszellen im Körper verblieben sind“, erklärt Doktor Axel Weber, Mitarbeiter des Forschungslabors in der Abteilung für Pädiatrische Onkologie, Hämatologie, und Hämostaseologie.

Die neue Methode beruht auf der Tatsache, dass Krebszellen sich in ihrem Erbgut von gesunden Körperzellen unterscheiden. Dadurch lassen sie sich mithilfe der Molekulargenetik auch unter Millionen anderer Zellen ausfindig machen.

Um den Krebszellen auf die Spur zu kommen, identifizieren die Wissenschaftler zunächst typische Bereiche im Erbgut der Krebszellen. Anschließend ermitteln sie die genaue Gensequenz an den Grenzbereichen dieser so genannten „amplifizierten genomischen Regionen“ (ampGRs). Diese kommen nur in Tumorzellen, nicht aber in gesunden Körperzellen vor. Auf dieser Basis nutzen sie die sogenannte Polymerasekettenreaktion (PCR), um in Gewebeproben, zum Beispiel im Blut, im Knochenmark oder im Lymphgewebe nach Krebszellen zu suchen. Denn mit der PCR lassen sich gezielt bekannte Gensequenzen vervielfältigen und sichtbar machen.

Ist das Krebs-eigene Erbgut in einer Gewebeprobe vorhanden, fällt der PCR-Test positiv aus: Ein sicherer Hinweis auf das Vorhandensein von Krebszellen. Sind nur „normale“ Zellen im untersuchten Material fällt der PCR Test negativ aus.


MEDICA.de; Quelle: Universitätsklinikum Leipzig AöR