Wissenschaftler der Universitäten von Lausanne und Mailand haben für ihre Studie auf Daten der „World Health Organization (WHO)“ zurück greifen können, welche die Jahre 1984 bis 2004 umfassen. Demnach ist im ersten Jahrzehnt, also zwischen 1984 und 1994, die Mortalität nach einem Nierenkarzinom bei Männern um 17 Prozent gestiegen, im zweiten Jahrzehnt, 1994 bis 2004, dann aber um 13 Prozent gesunken. Bei Frauen waren die Todesraten zunächst um elf Prozent gestiegen, danach um 17 Prozent gefallen.

Da die Daten nach europäischen Ländern geordnet sind, kann man auch Aussagen zu einzelnen Ländern machen: Österreich schneidet dabei am besten ab: In der Alpenrepublik sanken die Mortalitätsziffern beim Nierenkarzinom zwischen 1994 und 2004 um 33 Prozent bei Männern und 32 Prozent bei Frauen. Dicht dahinter kommt Deutschland: um 31 Prozent sanken hier die Mortalitätszahlen bei beiden Geschlechtern.

Wie diese Zahlen zustande kommen, ist nicht eindeutig geklärt. Die Studienleiter weisen darauf hin, dass der Rückgang der Mortalität mit dem Rückgang des Tabakkonsums korreliert, vor allem bei Männern. Gerade bei diesen ging die Zahl der Raucher besonders stark zurück, vor allem in Westeuropa.

So ganz wohl ist jedoch selbst den Studienleitern nicht bei dieser These, denn bei Frauen versagt die Erklärung: Frauen haben nämlich zwischen 1994 und 2004 in Europa in Bezug auf das Rauchen eher zugelegt und dennoch sind die Mortalitätsziffern beim Nierenkarzinom gesunken.

Also bemühen Experten weitere Erklärungsmodelle: Man weiß zum Beispiel, dass immer weniger Menschen immer seltener bei der Arbeit Karzinogenen ausgesetzt sind, die ein Nierenkarzinom verursachen können. Außerdem hat man heute die Hypertonie und Infektionen der Harnwege oft besser im Griff als früher.

MEDICA.de; Quelle: British Journal of Urology International 2008, Vol. 101, S. 949-958