In einer prospektiven Studie wurde die intravenöse Urographie (IVU) mit der Multi-Detector-CT (MDCT) bezüglich Bildqualität, subjektiver diagnostischer Sicherheit und Nachweis von Pathologien verglichen. An der Untersuchung nahmen 59 konsekutive Patienten (21 Frauen, 38 Männer, mittleres Alter 56) mit schmerzloser Mikrohämaturie unklarer Genese teil. Untersucht wurden sie mittels einer nativen MDCT, einer IVU und einer MDCT in der Exkretionsphase in einem Untersuchungsgang mit einer Kontrastmittelinjektion (100 ml nichtionisches Kontrastmittel). Zwei Radiologen werteten die Bilder im Konsensus bezüglich Bildqualität, subjektiver diagnostischer Sicherheit und Nachweis pathologischer Veränderungen wie Konkremente, Stauung und Parenchymläsionen aus. Zudem wurden Untersuchungskosten und Strahlenexposition verglichen.

Die MDCT zeigt sich in der Bildqualität der IVU überlegen. Die Bildqualität in der MDCT war bei nahezu allen Parametern gut bis sehr gut, in der IVU dagegen sehr inhomogen. DCT und IVU erreichten Sensitivitäten von 100 beziehungsweise 50 Prozent beim Nachweis von Konkrementen (p gleich 0,008). Beide Methoden waren in der Detektion von Urothelkarzinomen nicht zufrieden stellend. 38 von 59 Patienten (64 Prozent) zeigten im klinischen Verlauf in einem Zeitraum bis zu 24 Monaten über keine fassbaren, die Mikrohämaturie erklärenden Pathologien.

Die Kosten der IVU waren mit 283 Euro geringer als die der Nativ-MDCT (380 Euro) oder der 2-Phasen-MDCT (560 Euro). Die Strahlenexposition war bei der MDCT (23 - 27 mSv) größer als bei der IVU (2,3 mSv). Da Konkremente eine häufige Ursache der schmerzlosen Mikrohämaturie darstellen, ist die MDCT der IVU als diagnostische Modalität vorzuziehen.

MEDICA.de; Quelle: Fortschr Röntgenstr 2005, Vol. 177, S. 1436-1446