Multimediadienst unterstützt Chirurgen

Foto: Endoskopischer Operationssaal

Ziel ist es, ein multimediales
Informationssystem für Endo-
skopievideos; © Universität
Klagenfurt

Soziale Webplattformen, die ein großes multimediales Informationssystem zur Verfügung stellen, erfreuen sich großer Beliebtheit. Seiten wie Wikipedia, YouTube und Flickr haben großen Zulauf und bereiten auf Basis des Prinzips der „Weisheit der Massen“ („Wisdom of Crowds“) Wissen selbstorganisiert auf. Das Wesen dieses Prinzips ist, dass durch Teilung des Wissens die Ebene des Gesamtwissens erhöht wird.

„Dieses Prinzip funktioniert gut, wenn es sehr viele Benutzerinnen und Benutzer gibt. Kritisch wird es, wenn das Thema nur für ein eingeschränktes – aber nichtsdestotrotz sehr wichtiges – Klientel interessant ist“, so Laszlo Böszörmenyi, der mit seinen Kollegen nun an themenspezifischen, multimedialen Informationssystemen mit vergleichsweise geringer Nutzerzahl arbeitet.

Die Forscher arbeiten nun an einem konkreten Anwendungsfall. „Diese Eingriffe werden mithilfe von modernster Videotechnologie durchgeführt und viele Ärzte speichern Videoaufnahmen beziehungsweise Teile davon ab. Für die nachträgliche Benutzung und Teilung solcher Videos, zum Beispiel in der Forschung, in der Ausbildung aber auch in der Diagnose, besteht zwar ein großer Bedarf. Bisher gibt es aber keine Systeme, die diesen Bedarf abdecken“, erklärt Böszörmenyi.

Ziel ist es, ein intelligentes, verteiltes, multimediales Informationssystem für Endoskopievideos zu entwickeln, das Chirurgen auf der ganzen Welt bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen kann. Dabei sollten nicht nur Videos aufgenommen und gespeichert, sondern Hinzufügungen, automatische Analyse, Bedienung von Suchabfragen, der Austausch von Daten und die Unterstützung von professionellem Diskurs ermöglicht werden. Laszlo Böszörmenyi fasst zusammen: „Wir untersuchen, wie die Selbstorganisation innerhalb von Gruppen von Experten durch automatisierte Verfahren unterstützt werden kann und wie innovative Multimediadienste zur professionellen Nutzung realisiert werden können.“ Die Forschungsziele sind in vier Teile gegliedert: Erkenntnisse zu „Benutzerintentionen“, „Inhaltsanalyse“ und „Datenverteilung“ werden schließlich in einem realen Anwendungsfall zusammengefasst.

Langfristiges wirtschaftliches Ziel ist Kompetenzzentrum für multimediale, medizinische Informationssysteme zu gründen. Böszörmenyi blickt dem Vorhaben positiv entgegen: „Durch dieses Projekt möchten wir die Kompetenz im Bereich medizinischer Videoanalyse und multimedialer, medizinischer Informationssysteme in Kärnten stärken und ausweiten.“

MEDICA.de; Quelle: Alpen-Adria-Universität Klagenfurt