12.10.2009

Anagnostics Bioanalysis GmbH

Multiplexer Drogen- und Sepsis-Test

Anagnostics Bioanalysis entwickelte auf Basis seiner patentierten hybcell-Technologie ein vollautomatisiertes Microarray-System und die zugehörigen Multiplex-Assays für die molekulare Diagnostik. Im Zuge der Markteinführung präsentiert sich das österreichische Hightech Start-up nun erstmals auf der MEDICA.

Test für zeitlich unmittelbaren Drogenkonsum
Das Forschungsteam von Anagnostics arbeitet derzeit an einem Test zur Feststellung von Drogenmissbrauch (Protein-Assay). Als Testmedium fungiert dabei Speichel, um den zeitlich unmittelbaren Drogenkonsum nachzuweisen. „Unsere Innovation liegt im äußerst schnellen und vor allem sensitiven Nachweis des Drogenkonsums. So reicht für ein positives Testergebnis bereits 1 ng/ml Speichel“, führt Dr. Bernhard Ronacher, Geschäftsführer und verantwortlich für Forschung und Entwicklung, Anagnostics Bioanalysis GmbH aus. Der Drogen-Speicheltest wird gerade für die Validierung durch Experten produziert.

Sepsis: Erregernachweis in 3 Stunden
Als zweites steht ein Test zum schnellen Sepsis-Nachweis (DNA-Test) kurz vor Validierung. Mit dem Sepsis-Array will Anagnostics in der Lage sein, ein komplettes Erreger-Spektrum in einem äußerst schnellen Test anzubieten. Innerhalb von weniger als drei Stunden wird es möglich sein, sowohl die Erreger einer Infektion zu identifizieren als auch vorhandene Antibiotika-Resistenzen des Patienten zu bestimmen. Aufgrund der Testergebnisse kann der Arzt eine rasche und zielgerichtete Behandlung einsetzen.

Vollautomatische Testabarbeitung
Die hybcell-Technologie basiert auf der Verwendung zweier Zylinder, wobei die Detektormoleküle auf der Manteloberfläche des inneren Zylinders platziert sind. Dieser innere Zylinder befindet sich in einem transparenten Gefäß. Beide Zylinder formen gemeinsam mit einer Haltevorrichtung die hybcell. Bei der Vorbereitung zur Messung wird zunächst die flüssige Probe durch einen zentralen Kanal von oben in die hybcell eingebracht. Die Probe sinkt – ohne dabei zunächst eine Reaktion auszulösen – auf den Boden. Die hybcell wird mit einem Deckel verschlossen und an das Gerät übergeben.

Dazu Ronacher: „Unser Analysegerät hyborg, das mit 8 bzw. 96 hybcells bestückt werden kann, übernimmt ab diesem Zeitpunkt alle Schritte vollautomatisch. Intuitive Software-Programme unterstützen den User bei der Abarbeitung der Tests. Durch die einfache Bedienung ist das System somit perfekt für das klinische Umfeld geeignet.“

Erwartungen an MEDICA
Anagnostics will mit der Messeteilnahme insbesondere Kontakte zu Forschungseinrichtungen und Herstellern schließen, um im Rahmen von Kooperationen neue Tests zu entwickeln.