In den Entwicklungsländern ist die Präeklamspie für 20 bis 80 Prozent aller Todesfälle bei Schwangeren verantwortlich. Fünfmal höher als normal ist die perinatale Mortalität bei Neugeborenen von Müttern mit Präeklampsie in den Industrienationen. Etwa 15 Prozent aller Frühgeburten sind auf eine Präeklampsie zurückzuführen. Bei etwa sieben Prozent aller ersten Schwangerschaften tritt eine Präeklampsie auf.

Wissenschaftler der University of Pittsburgh Graduate School of Public Health in Pennsylvania, UA, haben jetzt untersucht, ob man durch die Einnahme von Vitaminen um den Zeitpunkt der Zeugung herum das Risiko einer Präeklampsie verringern kann. Dazu befragten sie 1.835 Schwangere vor der 16. Schwangerschaftswoche, ob sie regelmäßig Vitaminpräparate einnehmen. Die Frauen waren Teilnehmerinnen der Pregnancy Exposures and Preeclampsia Prevention Study, die zwischen 1997 und 2001 in Pittsburgh durchgeführt wurde.

Bei jenen Frauen, die keine Vitaminpräparate einnahmen, kam es in 4,4 Prozent aller Schwangerschaften zu einer Präeklampsie. Dagegen waren nur 3,8 Prozent der Schwangerschaften betroffen, wenn die Frauen Multivitaminpräparate einnahmen. Nachdem man verschiedenen Störfaktoren wie ethnische Zugehörigkeit, Familientand, sportliche Aktivität und anderes herausgerechnet hatte, zeigte sich die Überlegenheit der Vitamineinnahme ganz deutlich: Um 45 Prozent kann demnach das Risiko einer Präeklampsie gesenkt werden, wenn die Mutter regelmäßig solche Präparate einnimmt.

Allerdings scheint der Nutzen der Vitamine vom Body Mass Index abzuhängen. Bei schlanken Frauen konnte die Vitamingabe das Risiko einer Präeklampsie um 71 Prozent senken. Frauen mit einem hohen BMI vor der Zeugung, also übergewichtige Frauen, profitierten dagegen kaum von einer Multivitaminsubstitution.

MEDICA.de; Quelle: American Journal of Epidemiology 2006, Vol. 164, S. 470-477