Eine klinische Interventionsstudie des Gießener Instituts für Ernährungswissenschaft an der Justus Liebig-Universität unter der Leitung von Prof. Dr. Katja Becker in Afrika zeigt: Kinder, die am Krankheitsbild Kwashiorkor leiden, weisen wenige Schutzmechanismen gegen giftige Stickstoff- und Sauerstoffverbindungen auf. Gibt es dann noch Hinweise auf eine Mangelernährung, die auch durch die Zufuhr von Vitaminen oder Spurenelementen nicht abgewendet werden kann, verschärft sich das Krankheitsbild zusätzlich.

Bislang konnten Kinder mit der abgestimmten Menge an Flüssigkeit, Nähr- und Mineralstoffen, kombiniert mit antibiotischer Therapie, oftmals nicht geheilt werden. Der Vorschlag der Wissenschaftler lautet daher, eine multizentrische Behandlungsmethode vorzunehmen, die die neuen Erkenntnisse mit der etablierten Therapie vereinigt. Den an Kwashiorkor erkrankten Kindern, die 20 Tage lang unter der Beobachtung der Mediziner standen, wurde zusätzlich zur oben beschriebenen Methode ein antioxidativer Nahrungszusatz – bestehend aus Glutathion oder Liponsäure – verabreicht.

Nicht nur verbesserten sich die Blutwerte und der Zustand der Kinder allgemein, sondern auch die Sterblichkeitsrate ging im Gegensatz zur Vergleichsgruppe um 50 Prozent zurück. So können in Zukunft betroffene Kinder in Krisengebieten und ländlichen Regionen Afrikas und Asiens gerettet werden.

MEDICA.de; Quelle: Justus Liebig-Universität Gießen