17.12.2007

Siemens AG, Medical Solutions

Mumientest zeigt Magnetresonanz-Röhre in Höchstform

Erstmals auch Knochenstrukturen deutlich sichtbar

An einer historischen Mumie machte Siemens in Zusammenarbeit mit einem Forscherteam der Universität Zürich jetzt den Härtetest: Kann die neueste Software für Magnetresonanz-Tomographen (MR) selbst dort Einblicke in die Anatomie und das Krankheitsbild des Menschen liefern, wo der Mensch und erst recht eine Mumie kaum Wasser im Körper hat? Siemens entwickelt derzeit eine spezielle Software, die das Signal von trockenen Geweben auffängt und in scharfe Bilder umsetzt. Damit könnte man selbst feine Knochenstrukturen ohne Röntgenstrahlen sichtbar machen.

Bislang wurde Körpergewebe im MR erst durch seinen Wassergehalt gut sichtbar. Ärzte konnten also auf den MR-Bildern vor allem Weichteile erkennen, nicht aber zum Beispiel Details im Knochenbau, wie dies mit der neuen Software möglich ist. „Das freut nicht nur Orthopäden, auch Neurologen hilft unsere Software weiter, um mit solchen MR-Aufnahmen beispielsweise Alzheimer-Patienten zu untersuchen oder den Stoffwechsel im Körper zu beobachten“, erläutert Walter Märzendorfer, Leiter des Geschäftsgebietes Magnetresonanztomographie bei Siemens Medical Solutions.

Was für viele Patienten ein großer Fortschritt der sanften Medizin sein wird, ist bereits ein Meilenstein in der Forschung an Mumien. „Mit der neuen Software von Siemens haben wir erstmals eine absolut zerstörungsfreie Untersuchungsmethode zur Verfügung, ohne die wertvollen Gewebe vorher befeuchten zu müssen“, sagt Dr. Dr. Frank Rühli, der Leiter des Swiss Mummy Projects, Anatomisches Institut, Universität Zürich. In MR-Tomographen von Siemens wurden diverse ägyptische und peruanische Mumien untersucht. Dabei konnten auch Teile der Bandscheiben oder Substanzen zum Einbalsamieren, die im alten Ägypten bei der Mumifizierung verwendet wurden, besonders genau untersucht werden.


Siemens Medical Solutions ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Der Bereich versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik wird Siemens Medical Solutions das erste voll integrierte Diagnostik-Unternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Das Unternehmen bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Siemens Medical Solutions beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2007 (bis 30. September) erzielte Siemens Medical Solutions nach IFRS einen Umsatz von 9,85 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 10,27 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,32 Mrd. €.
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