Musik hilft Angstgefühle zu lindern

Musik statt Medikamenten
© Temple University

Patienten fürchten sich oft vor einer Koloskopie und verschieben den Termin immer wieder. Daher lassen einige Ärzte ihre Patienten bei der Untersuchung Musik hören. Eine doppel-blinde Studie hat nun ergeben, dass Patienten, die während einer Koloskopie ihre Lieblingsmusik hören, entspannter sind und dadurch eine geringere Sedierung benötigen.

In der Studie baten die Forscher 44 Frauen und 29 Männer entweder Musik von zu Hause mitzubringen oder aus einer Auswahl von CDs vor Ort eine auszusuchen. Vor der Untersuchung erhielten die Patienten Kopfhörer und die Lautstärke wurde so eingestellt, dass nur sie die Musik hören konnten. Nachdem der Patient seine Erstdosierung an Medikamenten erhielt, öffnete ein Forscher einen Umschlag, um zu sehen, ob die gewählte Musik gespielt würde oder nicht.

Nach der Koloskopie bewerteten der behandelnde Arzt, ein Kollege und eine Krankenschwester den Level an Schmerz, Angst und Komfort für jeden Patienten. Ein Mediziner, der nicht an der Untersuchung teilnahm, führte später ein zweites Interview durch.

Die Ergebnisse zeigten, dass diejenigen, die Musik hörten eine geringere Sedierung benötigten (3,8 mg Midazolam im Vergleich zu 4,4, mg und 87 mcg Fentanyl im Vergleich zu 93 mcg), obwohl sie das gleiche Level an Komfort empfanden wie diejenigen, die eine höhere Dosierung erhielten. Die Verringerung, die nahezu einer Dosis weniger an Medikamenten entsprach, wird laut Dr. Benjamin Krevsky von der Temple Universität als klinisch signifikant betrachtet.

„Es stimmt zwar, dass viele Patienten die Untersuchung nicht mögen“, sagte Krevsky, „aber viele finden die Vorbereitung zum Test schlimmer als den Test an sich. Musik anzubieten scheint dabei Sinn zu machen. Es gibt keine Nachteile, es könnte förderlich sein und Patienten scheinen dadurch zufriedener zu sein.“ Das alles könnte sich zu weniger Angst und somit mehr Koloskopien addieren.

MEDICA.de; Quelle: Temple University