Musiktherapie gegen "Tinnitus-Rauschen"

Foto: Mann hält sich die Ohren zu

Das lästige Rauschen im Ohr beim
Tinnitus kann durch Musik therapiert
werden; © SXC

In Zusammenarbeit mit der Fakultät für Musiktherapie der Hochschule Heidelberg wurde, unter Berücksichtigung der Klangqualität und möglicher kardiovaskulärer Einflussfaktoren, die Behandlungsmethode der "Musiktherapie bei chronisch-tonalem Tinnitus auf die Diagnose "Tinnitus-Rauschen" ausgeweitet.

Chronischer Tinnitus ist eine sehr häufige Erkrankung. Bei der Beschreibung der Symptome werden grob die Kategorien "tonal" (Pfeifen, Klingeln, Summen, Zirpen) und "nicht-tonal" (Rauschen, Brummen, Surren, Knacken, Knistern, Rumpeln) unterschieden. Für Patienten mit tonalem Tinnitus wurde mit dem "Heidelberger Modell zur musiktherapeutischen Behandlung von chronisch-tonalem Tinnitus" bereits ein wirksames und neurowissenschaftlich überprüftes Therapiemanual entwickelt. Bei rund 80 Prozent der 193 Patienten konnte eine deutliche Symptomverbesserung beziehungsweise Symptomauflösung erreicht werden.

Dieser musiktherapeutische Ansatz wurde nun auf den Bereich des "Tinnitus-Rauschen" ausgeweitet. In einer ersten Pilotstudie erreichten 21 der 23 untersuchten Probanden eine zuverlässige Reduktion der Symptome. Die Behandlungsdauer beträgt dabei nur fünf Tage. Der Behandlungserfolg bleibt auch über einen Zeitraum von sechs Monaten stabil, weitere Langzeiterhebungen erfolgen noch.

Psychophysiologische Messungen geben Anhaltspunkte für kardiovaskuläre Einflüsse auf das "Tinnitus-Rauschen". So hatten 43 Prozent der untersuchten Patienten erhöhte Blutdruckwerte. Die effektive Kontrolle von Puls- und Blutdruckschwankungen scheint eine wichtige Vorhersagekraft für die weitere Entwicklung der Tinnitussymptomatik zu haben: je besser die Patienten ihren Kreislauf in der Abschlussmessung beeinflussen konnten, desto geringer war die Belastung der Probanden nach sechs Monaten.

Somit ist die Musiktherapie auch bei rauschendem Tinnitus eine schnell wirksame und lang andauernde Behandlungsalternative. Der Einfluss von kardiovaskulären Einflussfaktoren scheint eine wichtige Rolle zu spielen und sollte in weiterführenden Untersuchungen noch genauer evaluiert werden.

MEDICA.de; Quelle: Deutsches Zentrum für Musiktherapieforschung