Myome schrumpfen durch Kunststoffkügelchen

Foto: Schema eines Myoms in der Gebärmutter

Mit Kunststoffkügelchen werden die
Gefäße, die das Myom versorgen,
geschlossen; © John Yesko

"Bei diesem Verfahren bleibt die Gebärmutter vollständig erhalten. Zudem handelt es sich um einen minimal-invasiven Eingriff mit deutlich weniger Risiken als bei einer operativen Entfernung der Gebärmutter", erklärt Doktor Götz Voshage, Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Interventionelle Radiologie (DeGIR) und Chefarzt der Abteilung für Radiologie am Robert-Koch-Krankenhaus in Gehrden.

Mit der Myomembolisation wird den Myomen die Blutversorgung entzogen - sie werden sozusagen "ausgehungert". Der Eingriff dauert etwa eine Stunde und findet unter Lokalanästhesie statt. Der Arzt schiebt über einen kleinen Einschnitt in der Leiste einen dünnen Katheter in die Schlagader der Gebärmutter bis zu den Arterien, die das Myom versorgen. Über den Katheter spritzt der Arzt dann sandkorngroße Kunststoffkügelchen direkt in die feinen Verästelungen der Arterie. Dort setzen sich die Partikel fest, verschließen die Adern dauerhaft und schneiden die Myome von der Blut- und Sauerstoffzufuhr ab.

Innerhalb weniger Monate schrumpfen die Geschwülste auf durchschnittlich die Hälfte ihrer Größe, und der Körper wandelt das nicht durchblutete Gewebe in Narbengewebe um. In den meisten Fällen verschwinden die Schmerzen, und die Regelblutung verläuft beschwerdefrei.

Da die Kügelchen komplett und dauerhaft die Blutversorgung der Myome unterbinden, ist die Embolisation auch langfristig erfolgreich. Lediglich bei Myomen, die sich weit in die Gebärmutterhöhle hinein entwickelt haben oder aber nur noch mit einem Gewebsstiel mit der Gebärmutter verbunden sind, raten die Mediziner von der Embolisation ab.

Zurückhaltend sind die Mediziner auch bei Frauen mit Kinderwunsch, da Effekte der Embolisation auf den Eierstock nicht ausgeschlossen werden können und bislang keine größeren Studien zu Schwangerschaften nach Embolisation vorliegen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft e.V.