Oft erschweren Darmgase die sonographische Beurteilung von abdominellen und retroperitonealen Strukturen. Viele Experten empfehlen daher, geplante Untersuchungen im nüchternen Zustand durchzuführen. Die Frage aber ist: Verbessert das in der klinischen Routine wirklich signifikant die Beurteilbarkeit?

Das wollten nun Wissenschaftler aus Regensburg wissen und analysierten Patienten mit einer geplanten abdominellen Ultraschalluntersuchung. Anhand eines Multiple-choice-Fragebogens wurde durch verblindete Untersucher die Beurteilbarkeit von elf definierten anatomischen Regionen erhoben. Primärer Endpunkt war der Vergleich aller elf Regionen einzeln, sekundärer Endpunkt der Vergleich eines Beurteilbarkeits-Index (BI) aller Regionen in der Gesamt- und den Untergruppen.

102 (36 Prozent) von 280 in Frage kommenden Patienten wiesen Ausschlusskriterien auf, 35 (13 Prozent) lehnten eine Teilnahme ab und 143 (51 Prozent) wurden randomisiert. 130 (91 Prozent) dieser Patienten konnten in die Auswertung aufgenommen werden (66 nüchtern, 64 nicht-nüchtern). Für keine der elf Regionen konnten die Studienleiter einen signifikanten Unterschied bezüglich der Rate an komplett beurteilbaren Patienten nachweisen, bei denen mehr als 90 Prozent der jeweiligen Region dargestellt werden konnten.

Der nominell größte Unterschied zeigte sich für die Gallenblase (nüchtern 45/66; 73 Prozent) versus nicht-nüchtern (34/64; 56 Prozent), p gleich 0,051 (statistischer Trend). Der mediane BI betrug für nüchterne Patienten 0,57 und 0,43 für nicht-nüchterne Patienten (p gleich 0,078). Lediglich für die Untersuchung der Gallenblase besteht also ein statistischer Trend zur besseren Beurteilbarkeit bei nüchtern untersuchten Patienten.

MEDICA.de; Quelle: 114. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) Poster Discussion