Mediziner des Hospital Universitario Reina Sofia in Cordoba, Spanien, haben dies herausgefunden. 249 Patientinnen nahmen an dieser Studie teil. Alle unterzogen sich wegen eines vermuteten Mammakarzinoms einer Biopsie. Danach nahm man auch noch eine Magnetresonanztomographie (MRI) bei ihnen vor. Bei 32 Patientinnen (13 Prozent) mussten die Operateure nach der MRI das geplante Vorgehen bei der Operation verändern.

So konnten mit Hilfe der MRI unter anderem in 18 Fällen (acht Prozent der Patientinnen) zusätzlich insgesamt 20 maligne Läsionen gefunden werden, die zuvor nicht bekannt waren. Konkret bedeutete dies: Bei elf Patientinnen änderten die Chirurgen den OP-Plan dahin gehend, dass sie statt einer geplanten Lymphektomie eine Mastektomie vornahmen. Drei Frauen mussten an beiden Brüsten operiert werden statt nur an einer und eine weitere Patientin erhielt zwei Lymphektomien in derselben Brust.

Auch dort, wo mit Hilfe der MRI keine zusätzlichen Läsionen gefunden werden, war dieses bildgebende Verfahren von Vorteil: So war der Tumor im MRI-Bild nicht selten größer als zuvor diagnostiziert.

Hat dies den Frauen tatsächlich einen Vorteil gebracht? Selbstkritisch beurteilten dies die Studienleiter, nachdem man das bei der Operation entfernte Gewebe untersucht hatte. 22 Patientinnen (neun Prozent) hatten ganz klar von der Umstellung der Operation nach MRI-Diagnose profitiert. Allerdings hatte die MRI sechs weiteren Frauen (2,4 Prozent) nichts genutzt. In vier weiteren Fällen (1,6 Prozent) war dies unklar. Uneingeschränkt positiv beurteilen die Studienleiter die Korrelation zwischen MRI- und dem histologischen Befund.

Natürlich ist die MRI teuer, das schreiben auch die Studienleiter. Aber aufgrund ihrer Ergebnisse sollte dieses bildgebende Verfahren vor einer Operation wegen eines Mammakarzinoms möglichst breit eingesetzt werden, fordern sie.

MEDICA.de: 6th European Breast Cancer Conference (EBCC) Abstracts 61 and 42