NF-kB-Signal entscheidet über Zelltod bei Schlaganfall

Labormäuse mit erhöhtem NF-kB-
Signal tragen stärkere Hirnschäden
davon; © NCI Visuals Online

Das endgültige Schicksal von Gehirnzellen scheint davon abzuhängen, was nach dem Schlaganfall geschieht, sagen Wissenschaftler der Universitäten Heidelberg und Ulm und einer Forschungseinheit des Europäischen Laboratoriums für Molekularbiologie (EMBL) im italienischen Monterotondo.

Ihrer Entdeckung zufolge nutzen beschädigte und absterbende Gehirnzellen über den so genannten NF-kB-Signalweg ganz aktiv ein Kommunikationsnetzwerk. "Manches deutete darauf hin, dass der Signalweg in Nervenzellen ein Selbstzerstörungsprogramm in Gang setzt, die so genannte Apoptose", erklärt Markus Schwaninger von der Universität Heidelberg, einer der Leiter des Forschungsprojekts. "Wenn das stimmt, könnte das Signal beim Absterben von Neuronen nach Schlaganfällen oder anderen Hirnschädigungen durchaus eine Rolle spielen."

Um diese Hypothese zu überprüfen, hatte Schwaningers Forschungsteam eine Methode entwickelt, mit der sie genmanipulierte Mäuse in einen dem Schlaganfall ähnlichen Zustand versetzten. Sie fanden heraus, dass Mäuse mit der hyperaktiven Form von IKK2 in Neuronen und mit übermäßiger NF-kB-Signalisierung stärkere Schäden davontragen und dass weit mehr Zellen absterben als sonst. Bei einem blockierten IKK2-Signal jedoch bleiben geschädigte Zellen länger am Leben und scheinen sich sogar zu erholen. Zudem sind diese Auswirkungen langfristiger Art: Noch Tage nach dem Schlaganfall waren Neuronen in den beschädigten Geweben am Leben.

Das lässt die Forscher auf Erfolg hoffen: Das Ausschalten des IKK2-Signals wirkte noch nach Stunden nach dem Schlaganfall positiv aus - ein wichtiger Aspekt für die Behandlung menschlicher Patienten, die normalerweise erst einige Zeit nach dem Vorfall im Krankenhaus eintreffen.

MEDICA.de; Quelle: Universität Heidelberg