NMP22 bereichert Diagnosemöglichkeiten

Blasenkrebs lässt sich jetzt schnell
und einfach im Urin nachweisen
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Der Test weist im Urin das nukleäre Matrixprotein 22 (NMP22) nach. NMP22 ist ein Protein, das von den Krebszellen gebildet wird. Durch die neue Untersuchung lassen sich bösartige Tumoren der Blase bereits in sehr frühen Stadien diagnostizieren.

Urologen der Universität Miami hatten in einer Studie 1.331 Patienten untersucht. Die Teilnehmer wiesen entweder ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs auf - zum Beispiel weil sie langjährige Raucher waren - oder es bestanden verdächtige Symptome wie Blut im Urin. Bei allen Patienten wurden neben dem Test auf NMP22 eine Zytoskopie und eine Urinzytologie durchgeführt.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass 79 Studienteilnehmer an Blasenkrebs litten. Bei knapp 56 Prozent der Betroffenen fiel der neue Urintest positiv aus. Durch die Untersuchung auf NMP22 wurde Blasenkrebs sogar in vier Fällen nachgewiesen, in denen die erste Blasenspiegelung unauffällig verlaufen war. Drei dieser Patienten litten bereits an einem Tumor in fortgeschrittenem Stadium. Ein Patient hatte ein Carcinoma in situ.

Die Urologen kommen deshalb zu dem Schluss, dass der Test auf NMP22 die Zuverlässigkeit der Zystoskopie wesentlich verbessern kann. In ihrer Studie wurden durch eine Kombination von Blasenspiegelung und Test auf NMP22 knapp 94 Prozent der betroffenen Patienten erkannt. Die Zytologie überzeugte dagegen nicht: Sie identifizierte nur knapp 16 Prozent der Tumoren.

Der Test soll leicht in der Arztpraxis durchgeführt werden können und außerdem preiswert sein. Patienten müssen auf das Testresultat nicht lange warten: Das Ergebnis steht nach weniger als einer Stunde fest.

MEDICA.de; Quelle: Journal of the American Medical Association 2005, Vol. 293, S. 810-816