Zur Pathogenese des Morbus Parkinson gehören neuroinflammatorische Prozesse unter anderem an den Gliazellen. Tierstudien haben gezeigt, dass Wirkstoffe aus der Gruppe der Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) möglicherweise gegen solche Schäden schützen und dadurch auch einen positiven Effekt auf das Risiko eines Morbus Parkinson haben könnten. So haben Studien gezeigt, dass regelmäßige Anwender von Acetylsalicylsäure und Ibuprofen ein 45 Prozent geringeres Risiko haben, an einem Morbus Parkinson zu erkranken.

Wissenschaftler der University of California in Los Angeles wollten es jetzt genauer wissen und brachten eine Fall-Kontroll-Studie auf den Weg, deren Ergebnisse jetzt vorliegen: 293 Patienten mit einem Morbus Parkinson wurden dabei mit 286 gesunden Kontrollpersonen gleichen Alters, Geschlechts und gleicher ethnischer Zugehörigkeit verglichen.

Als man alle Probanden und Kontrollpersonen in Bezug auf die Einnahme von NSAR befragte, zeigte sich ein klarer protektiver Effekt dieser Wirkstoffgruppe: Personen, die regelmäßig Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen, haben ein 20 Prozent geringeres Risiko, an einem Morbus Parkinson zu erkranken (relatives Risiko: 0,8). Noch besser schützen offenbar andere Wirkstoffe aus dieser Gruppe wie etwa Ibuprofen oder Diclofenac: Wer solche Substanzen regelmäßig zu sich nimmt, senkt sein Parkinson-Risiko um 48 Prozent. Bei Einnahme von mehr als zwei Jahren sinkt das Risiko sogar auf 0,44.

Erstaunlicherweise zeigte sich bei der Acetylsalicylsäure ein geschlechtsspezifischer Effekt: Während Frauen von dieser Substanz profitieren, konnte sie Männer nicht vor einem Morbus Parkinson schützen. Möglicherweise, so schreiben die Autoren, nehmen die Frauen höhere Dosen Acetylsalicylsäure gegen Kopfschmerzen oder Arthrose ein, während die Männer diese Substanz gering dosiert wegen des Herzens einnehmen.

MEDICA.de; Quelle: Neurology 2007, Vol. 69, S. 1836-1842