Rückenschmerzen im unteren Lendenwirbelbereich sind eine der häufigsten Ursachen für Krankschreibungen in den westlichen Industrieländern. Außerdem sind sie teuer für das Gesundheitssystem. Obwohl solche Rückenschmerzen sich oft spontan bessern, werden weltweit häufig Wirkstoffe aus der Klasse der Nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) verschrieben. NSAR wirken schmerzlindernd und antiinflammatorisch. Daher gibt es vernünftige Gründe, NSAR eine gute Wirksamkeit bei Rückenschmerzen zuzuschreiben. Ihre Wirksamkeit ist aber nur durch wenige Studien bislang bewiesen worden. Im Vergleich zu den nicht-selektiven NSAR haben selektive COX-2-Hemmer ein geringeres Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen, obwohl es Befürchtungen bezüglich ihres kardiovaskulären Sicherheitsprofils gibt.

Nun hat man aus den Daten der Cochrane-Datenbank eine systematische Analyse erstellt und dargelegt, welchen Wert die NSAR bei Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich tatsächlich haben: 65 Studien mit insgesamt 11.237 Patienten kamen dabei zum Tragen. In diesen Studien waren jeweils NSAR gegen andere Wirkstoffe oder Placebo getestet worden.

Einige wesentliche Ergebnisse dieser systematischen Analyse sind folgende: Im Vergleich zu Placebo haben NSAR signifikant mehr Nebenwirkungen. Allerdings benötigen Patienten unter einem Medikament der NSAR-Gruppe weniger zusätzliche Analgetika als Patienten unter Placebo. Offensichtlich sind NSAR den Wirkstoffen Paracetamol und Acetaminophen nicht unbedingt überlegen in der Wirksamkeit. Allerdings hat Paracetamol weniger Nebenwirkungen. Auch in Bezug auf andere Wirkstoffe, zum Beispiel aus der Gruppe der Muskelrelaxantien, zeigen sich NSAR kaum überlegen. Insgesamt gibt es kein Medikament aus der Gruppe der NSAR, das anderen Wirkstoffen deutlich überlegen wäre.

MEDICA.de; Quelle: Cochrane Database Syst Rev 2008, Early Online