Die Prävalenz des Übergewichts liegt in den westlichen Industrieländern bei 20 Prozent, in den USA sogar bei 30 Prozent. Dies ist auch der Grund dafür, dass in diesen Ländern immer mehr Krankheiten auftreten, die im Zusammenhang mit Übergewicht stehen.

Zu den Behandlungsmöglichkeiten des Übergewichts gehören unter anderem Verhaltenstherapie und medikamentöse Therapien. Daneben gibt es auch chirurgische Optionen, etwa die Magenverkleinerung. Zum Beispiel wurde die Möglichkeit geschaffen, ein laparoskopisch einsetzbares Band in den Magen zu verbringen und diesen damit zu verkleinern. Dieses „Lap-Band“ ist nur wenig invasiv, reversibel und kann leicht eingesetzt werden. In einer Studie sollte nun diese chirurgische Behandlungsoption des Übergewichts mit einer intensiven Verhaltenstherapie verglichen werden.

80 Patienten mit einem Body Mass Index von 30 bis 35 kg/m2 nahmen daran teil. Randomisiert erhielten die Patienten entweder Verhaltenstherapie in Verbindung mit einer kalorienreduzierten Diät (bis zu 550 kcal/Tag) plus Pharmakotherapie. Außerdem wurden diese Patienten ausführlich diätetisch beraten. Die Patienten der anderen Gruppe erhielten ein Lap-Band.

Zwei Jahre nach Beginn der Studie hatten die Patienten unter der chirurgischen Therapie durchschnittlich 21,6 Prozent ihres Gewichtes verloren. Unter der Kombination aus Fasten, Ernährungsberatung und Verhaltenstherapie dagegen verloren die Betroffenen nur durchschnittlich 5,5 Prozent ihres Gewichts (p kleiner 0.001).

Ebenso deutlich überlegen war die chirurgische Therapie in Bezug auf das metabolische Syndrom: Zu Beginn der Studie litten 38 Prozent der Patienten daran. Nach zwei Jahren war nur noch bei einem der Patienten in der Gruppe der chirurgisch Behandelten ein metabolisches Syndrom nachweisbar (drei Prozent), aber bei acht Patienten (24 Prozent) in der Vergleichsgruppe.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Internal Medicine 2006, Vol. 119, S. 625-633