Wissenschaftler der University of Aberdeen in Großbritannien untersuchten Daten von 25.371 Frauen, die zwischen 1980 und 1997 am Aberdeen Medical Hospital ihr erstes Kind auf die Welt gebracht hatten. Mit Hilfe der "Aberdeen Maternity Neonatal Databank", sammelten sie Daten zu den ersten Geburten der Frauen und den jeweils nachfolgenden Geburten.

Frauen, die ihr erstes Kind mit Kaiserschnitt auf die Welt bringen, haben danach signifikant seltener ein zweites Kind als jene Frauen, die vaginal entbunden wurden: 66,9 Prozent der mit Kaiserschnitt Entbundenen haben danach ein weiteres Kind, aber 71,6 Prozent der Frauen, die mit Hilfe von Instrumenten vaginal entbunden wurden und 73,9 Prozent der spontan vaginal Entbundenen.

Der Unterschied zwischen Sectio caesarea und vaginaler Geburt ist statistisch signifikant, nicht aber der Unterschied zwischen den beiden Arten vaginaler Entbindung.

Dies bestätigt teilweise die Ergebnisse einer früheren Studie zum selben Thema. Damals hatte man festgestellt, dass nach einer Sectio caesarea durchschnittlich 36,3 Monate vergehen, bis eine Frau ein weiteres Kind bekommt. Nach einer vaginalen Geburt mit Hilfe von Instrumenten dagegen sind es im Durchschnitt nur 31,8 Monate und 30,4 Monate nach einer völlig komplikationslosen vaginalen Geburt.

Natürlich sagt diese Studie nichts aus über Ursache und Wirkung. So muss die geringere Zahl weiterer Schwangerschaften nach Kaiserschnitt nicht bedeuten, dass der Eingriff die weitere Fertilität mindert. Möglicherweise gibt es vorexistierende Faktoren, die sowohl einen Kaiserschnitt nötig machen als auch die weitere Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Auch soziale und psychologische Faktoren müssen berücksichtigt werden.

MEDICA.de; Quelle: British Journal of Obstetrics and Gynaecology 2005, Vol. 112, S. 1061-1065