Im Ohio State Comprehensive Transplant Center hat man zwischen April 2002 und Juli 2003 die immunsuppressive Wirkstoffkombination zur Prophylaxe von Abstoßungsreaktionen nach Nieren- und Pankreastransplantationen umgestellt. Wurden früher Prednisolon, Mycophenolat und Cyclosporin verabreicht, so hat man danach das Kortikosteroid Prednisolon weggelassen und dafür Rapamycin und Cyclosporin verabreicht.

Wissenschaftler des Transplantationszentrums untersuchten retrospektiv nun zwei Gruppen von Patienten: 726 Patienten, welche keine Steroide nach der Transplantation erhalten hatten und 279 Patienten unter der Standardprophylaxe mit Prednisolon. Ein Teil der Patienten wurde biopsiert und man anylsierte die Zahl der CD4-Zellen. Dies ist ein Marker für die Antikörper-Antigen-Reaktion bei akuten humoralen Abstoßungsreaktionen.

Während sich nur bei 14.2 Prozent der Patienten unter der steroidfreien Therapie CD4-Zellen im Biopsat abgelagert hatten, waren es 26.2 Prozent unter der Steroid-Therapie (p gleich 0.01).

Leider hat diese Studie einige Schwächen im Design. So unterschieden sich beide Patientengruppen deutlich in soziodemographischen Faktoren und auch ihrer ethnischen Zugehörigkeit. Außerdem stammten beide Gruppen aus unterschiedlichen Behandlungszeiträumen, was die Aussagekraft weiter schwächt. Dennoch, so glauben die Studienautoren, liefert ihre Studie einige indirekte Hinweise darauf, dass Patienten nach einer Transplantation ohne Kortikosteroide besser fahren als mit.

MEDICA.de; Quelle: American Transplant Congress Abstract 446