In einer Studien sollten die chirurgischen Therapieergebnisse und Prognosefaktoren bei Wirbelsäulenmetastasen durch Nieren-Zell-Karzinom evaluiert werden. 37 operative Patienten mit Wirbelsäulenmetastasen durch ein Nieren-Zell-Karzinom wurden retrospektiv analysiert.

In elf Fällen (29,7 Prozent) erfolgte eine kombinierte Spondylodese mit Wirbelkörperersatz, in 26 Fällen (70,3 Prozent) die alleinige dorsale Instrumentierung. Perioperativ ereigneten sich 24 Komplikationen, vier endeten tödlich. Postoperativ war die neurologische Situation bei 26 Patienten unverändert, in vier Fällen verschlechtert und in sieben Fällen verbessert. Die Schmerzen blieben bei zehn Patienten unverändert, besserten sich bei 24 Patienten und waren bei drei Patienten verschlechtert. Das mittlere postoperative Überleben betrug 13,6 Monate.

Für das postoperative Überleben zeigten sich der Karnofsky-Index und Frankel-Score hoch signifikant, schwächer signifikant waren die Faktoren Ernährungszustand und Zeitspanne zwischen Diagnose des Primärtumors und Auftreten der Wirbelsäulenmetastasen. Keinen prognostischen Einfluss hatten die Faktoren Geschlecht, Alter, Lokalisation der Metastase, Art der Operation sowie die Faktoren solitäre/multiple Metastasen. Das Überleben wurde signifikant (p gleich 0.003) durch eine postoperative Nachbehandlung (Radio- und/oder Chemotherapie) beeinflusst. Auch die Überprüfung der einzelnen Therapieformen gegeneinander bestätigte den Einfluss einer postoperativen Nachbehandlung (p gleich 0.0229).

In den meisten Fällen genügt bei Wirbelsäulenmetastasen durch Nieren-Zell-Karzinome eine dorsale Instrumentierung mit Dekompression. Um einem dorsalen Implantatversagen vorzubeugen, sollte bei einer Überlebensprognose von mehr als einem Jahr die kombinierte Spondylodese mit Wirbelkörperersatz erfolgen.

MEDICA.de; Quelle: Z Orthop Ihre Grenzgeb 2006, Vol. 144, S. 58-67