Nachfrage in Schwellenländern erschließen

Hier zeichnen sich erhebliche Wachstumspotenziale ab, nicht nur für den Export von Medizintechnik und Pharmaprodukten, sondern auch für die Vermarktung von kompletten Systemlösungen, da die Gesundheits-Infrastruktur in diesen Ländern erst noch im Aufbau ist. Das zeigen aktuelle Untersuchungen des Instituts Arbeit und Technik (IAT / Fachhochschule Gelsenkirchen) zur Internationalisierung der Gesundheitswirtschaft.

Medizintechnik und Pharmaindustrie tragen mit einer Exportquote von rund 60 Prozent und einem Export von etwa 46 Milliarden Euro im Jahr 2008 maßgeblich zum Exporterfolg der deutschen Volkswirtschaft bei, stellen die IAT-Wissenschaftler Stephan von Bandemer, Kinga Salewski und Robert Schwanitz fest. Der Export von pharmazeutischen und medizintechnischen Produkten wird in Deutschland im Wesentlichen zwischen den Ländern Baden-Württemberg, Rheinland- Pfalz, Hessen, Bayern und NRW aufgeteilt.

Der Welthandelsanteil der deutschen Medizintechnik liegt bei zehn Prozent. Die Bundesrepublik steht damit auf Platz drei hinter den USA und Japan. Dabei sind diese Potenziale bei Weitem noch nicht ausgeschöpft, so die IAT-Wissenschaftler. Handelspartner der Pharmaindustrie und Medizintechnik sind bei 59 Prozent der Produkte die westlichen Industrieländer. Lediglich acht Prozent gehen in bevölkerungsreiche und wachstumsstarke Schwellenländer, die für andere Wirtschaftszweige (etwa die Automobilwirtschaft) bereits eine wesentlich größere Rolle spielen.

Hierfür sind allerdings weiter gehende Strategien notwendig, da in diesen Ländern Gesundheitsinfrastrukturen und qualifizierte Gesundheitsdienstleistungen weitgehend nicht oder nur unzureichend vorhanden sind, die Verbreitung von innovativen Produkten aber vielfach von der Verfügbarkeit spezieller Infrastruktur und qualifizierten Dienstleistungen abhängig ist. Hier sehen die IAT- Wissenschaftler eine Chance für die deutsche Gesundheitswirtschaft.

MEDICA.de; Quelle: Institut Arbeit und Technik