Man weiß, dass der Erfolg und das Risiko vieler Tätigkeiten von der Tageszeit abhängt: das Unfallrisiko etwa oder auch das Fahrverhalten der Menschen. Bislang hat man dies auf die tageszeitlich schwankende Müdigkeit von Personen zurück geführt.

Aber auch die technischen Fähigkeiten von Personen schwanken mit der Tageszeit, so dass bestimmte Tätigkeiten, die viel Fingerspitzengefühl erfordern, zu bestimmten Tageszeiten tendenziell besser gelingen als zu anderen Tageszeiten. Dies gilt offensichtlich auch für Operationen, wie eine aktuelle Studie ergab.

Die Studie untersuchte retrospektiv das Operationsergebnis von 144.740 elektiven Operationen aus dem Gebiet der Allgemeinchirurgie und Gefäßchirurgie. Alle Operationen wurden in den Jahren 2000 bis 2004 vorgenommen und das Ergebnis in der „National Surgical Quality Improvement Program Database“ verzeichnet. Was die Studienleiter interessierte war die Frage, wann die Operation begann.

Tatsächlich hängt die Morbidität und Mortalität nach einer Operation offenbar auch vom Beginn dieser OP ab: Je später eine Operation begann, desto höher die chirurgische Morbidität und Mortalität, so das Ergebnis. Als man diese Daten nach der Operationsmethode adjustierte, zeigte sich ein etwas feineres Bild: Demnach haben Operationen, die zwischen 16 und 18 Uhr beginnen, eine um 25 Prozent höhere chirurgische Morbidität und Mortalität als Operationen, die zwischen sieben und 14 Uhr beginnen (p kleiner 0.005). Begann die Operation erst zwischen 18 und 23 Uhr, stieg die Morbidität und Mortalität sogar um 60 Prozent an (p kleiner 0.005).

Sollten weitere Studien dieses Ergebnis bestätigen, dann muss dies Auswirkungen auf den Operationsplan haben, schreiben die Studienleiter.

MEDICA.de; Quelle: Annals of Surgery