Die chronische Rhinosinusitis ist für etwa zwei Prozent aller Arztbesuche verantwortlich. Diese schmerzhafte Erkrankung kann die Lebensqualität erheblich einschränken. Eine Sinusitis behandelt man in der Regel antibiotisch sowie mit abschwellenden Nasentropfen und gegebenenfalls Antihistaminika. Salzlösungen appliziert als Spray oder durch Vernebler hat sich als zusätzliche Therapie durchgesetzt. Allerdings wird sie oft als homöopathisches Mittel eingestuft, da der Wirkmechanismus nicht klar ist. Außerdem ist ihre Wirkung nur schwer von der Wirkung der anderen genannten Wirkstoffe abzugrenzen.

Wissenschaftler des „John Radcliffe Hospital” in Oxford, Großbritannien, haben jetzt mit Hilfe einer umfangreichen Datenbankenrecherche eine Meta-Analyse zum Nutzen von Salzlösungen bei der chronischen Rhinosinusitis unternommen. Acht Studien genügten den strengen Qualitätsanforderungen. Drei dieser Studien hatten topisch angewendete Salzlösung mit keiner Behandlung verglichen. Eine Studie verglich sie mit Placebo und bei den anderen Untersuchungen wurde die Salzlösung mit jeweils anderen Wirkstoffen verglichen.

Alles in allem scheint Salzlösung die Beschwerden einer chronischen Rhinosinusitis zu bessern, sowohl in der alleinigen Anwendung als auch als Ergänzung zu anderen Wirkstoffen. Gibt man Salzlösung zusätzlich zu oralen Antihistaminika, dann bessert sich die Lebensqualität deutlich stärker als unter dem Antihistaminikum alleine. Verabreicht man jedoch intranasal Steroide, dann kann die Salzlösung zusätzlich nicht punkten.

In Bezug auf die Häufigkeit der Anwendung oder die Sättigung der Salzlösung konnten die Studienleiter keine Angaben machen. Dazu war die Datenlage der zugrundeliegenden Studien leider zu dünn. Immerhin ist eine Salzlösung in der Regel gut verträglich. Die wenigen Nebenwirkungen wurden durch die gute Wirksamkeit mehr als ausgeglichen.

MEDICA.de; Quelle: Cochrane Database Syst Rev 2007