Bild: Ein Vorhängeschloss 
VIRIP scheint dem HI-Virus
den Weg zu versperren
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Dieser Hemmstoff könnte einerseits HIV-1 Infizierten helfen, die Virusvermehrung zu kontrollieren und anderseits, weil es einen anderen Wirkmechanismus als gängige AIDS Medikamente hat, zur Entwicklung einer neuen Klasse von Verbindungen zur Bekämpfung von AIDS führen, berichteten die Wissenschaftler.

Das Forscherteam aus Ulm zeigt in dieser Studie, dass ein natürlich vorkommendes 20 Aminosäurereste umfassendes Fragment eines in großen Mengen im Blut zirkulierenden Eiweißes (alpha-1-Antitrypsin) den Eintritt von HIV-1 in die Wirtszelle blockiert. Weiterhin fanden sie, dass einige wenige Aminosäureaustausche in der Sequenz dieses Peptides, als VIRIP (VIRus-Inhibitorisches-Peptid) bezeichnet, die Wirksamkeit gegen HIV-1 um etwa das 100-fache steigern.

Aufgrund des neuartigen Wirkmechanismus blockieren VIRIP und seine Derivate auch HIV-1 Varianten, die gegen andere Hemmstoffe resistent sind. "Die ist ein großer Vorteil und macht VIRIP sehr interessant für die klinische Weiterentwicklung", sagt der Seniorautor der Studie Prof. Frank Kirchhoff vom Universitätsklinikum Ulm.

Prof. Jan Münch von der Universität Ulm gelang es herauszufinden, dass VIRIP das Virus durch einen neuartigen Mechanismus blockiert und an eine hoch konservierte Region im viralen Hüllprotein bindet, die als Fusionspeptid bezeichnet wird. Dieses wird beim Infektionsvorgang in der Zellmembran verankert und vermittelt dadurch den ersten direkten Kontakt zwischen Viruspartikel und Wirtszelle. VIRIP verhindert somit die Verschmelzung des Virus mit der Zielzelle und blockiert dadurch die HIV Infektion.

Derzeit sind etwa 20 Medikamente zur Therapie von HIV/AIDS zugelassen. Allerdings gehören diese lediglich vier unterschiedlichen Kategorien an und die Entwicklung von Resistenzen gegenüber einem Medikament führt häufig dazu, dass auch andere Therapeutika der gleichen Kategorie unwirksam gegen HIV werden "Da die Häufigkeit multi-resistenter HIV-1 Varianten zumindest in den Industrieländern stark zunimmt, ist es sehr wichtig, weitere Klassen von Medikamenten zu entwickeln" berichtet Münch.

MEDICA.de; Quelle: Universität Ulm