Klinische Studien sind unerlässlich, um Sicherheit und Effektivität medizinischer Eingriffe beurteilen zu können. Daher finanziert das Bundesforschungsministerium (BMBF) zunächst vier Jahre lang mit insgesamt 2,2 Millionen Euro den Aufbau des Nationalen Studienregisters. Jetzt ist die Entscheidung für den Standort gefallen: Die Universität Freiburg soll innerhalb eines Jahres ein Register aufbauen, mit dem in Deutschland durchgeführte klinische Studien möglichst vollständig erfasst werden. Bundesforschungsministerin Annette Schavan begrüßte die Entscheidung: "Das Register trägt dazu bei, dass das Vertrauen der Bevölkerung in die klinische Forschung gestärkt wird."

Die öffentlich zugängliche Registrierung klinischer Studien verhindert, dass negative Studienergebnisse nicht publiziert werden. So können Fehleinschätzungen über die Wirkungsweise von Arzneimitteln oder anderen Eingriffen verhindert werden. Unnötige Wiederholungsstudien - ein häufiges Problem der klinischen Forschung - unterbleiben.

Das Nationale Studienregister dient sowohl der Information von Fachleuten als auch der breiten Öffentlichkeit. Daher wird es zweisprachig in Deutsch und Englisch eingerichtet. Das Projekt wird gemeinsam von Dr. Gabriele Dreier (Zentrum für Klinische Studien Freiburg) und Dr. Gerd Antes (Deutsches Cochrane Zentrum) an der Universität Freiburg geleitet.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat mit der "International Clinical Trial Registry Platform" (ICTRP) einen internationalen Standard für die Registrierung klinischer Studien geschaffen. Seit Mai 2007 existiert das Metaregister, das auf nationale oder krankheitsspezifische Register zugreift. Das Nationale Studienregister soll in die WHO-Plattform integriert werden.

MEDICA.de; Quelle: Bundesministerium für Bildung und Forschung