08.12.2008

Siemens AG, Healthcare Sector

Navigieren im Körper ohne Strahlung – GPS in der interventionellen Radiologie

iGuide Cappa
Mit iGuide Cappa stellt Siemens Healthcare auf der diesjährigen MEDICA in Düsseldorf eine neue Methode vor, mit deren Hilfe sich Ärzte bei Nadeleingriffen mit reduzierter Röntgenstrahlung im Patienten orientieren können. Durch die Kombination eines angiographischen C-Bogen-Systems mit dem elektromagnetischen Navigationssystem iGuide Cappa wurde ein neues medizintechnisches Verfahren entwickelt, das die Navigation einer Nadel im Patienten bei sehr geringer Strahlendosis und damit sehr patienten-freundlich ermöglicht. Dabei liefert die Siemens-Software Syngo DynaCT die für den Mediziner wichtigen 3D-Aufnahmen vor dem Eingriff. Ähnlich einem GPS-System verwendet die Methode eine elektromagnetische Ortung. So lassen sich Nadeln präziser und schneller als bisher platzieren. Diese minimal-invasiven Eingriffe werden beispielsweise bei Leberbiopsien, Vertebroplastien bei der Stabilisierung von zerstörten Wirbelkörpern oder bei der Schmerzbehandlung von Tumoren angewandt.

Siemens arbeitet zusammen mit Medizinern bereits seit einigen Jahren an Navigationslösungen, die den interventionellen Radiologen bei Nadeleingriffen unterstützen und gleichzeitig die Operation für den Patienten schonender machen. Die Innovation iGuide Cappa ist Teil der umfassenden Nadelnavigationslösung von Siemens. Das System ist seit etwa einem Jahr bereits an einigen Kliniken erfolgreich im Einsatz. „Die Methode iGuide Cappa erlaubt uns eine präzise und sichere Platzierung von Elektroden oder Biopsienadeln auch in den Regionen, die mit herkömmlichen Mitteln der Durchleuchtung nur schwer erreichbar waren“, sagt Prof. Dr. Martin Skalej, Neuroradiologe am Universitätsklinikum in Magdeburg. Er setzt das System vor allem bei verschiedenen Eingriffen an der Wirbelsäule ein, wie beispielsweise bei Radiofrequenz-Ablationen, Diskographien oder Kyphoplastien. „Während der Intervention ist keine weitere Angiographie-aufnahme notwendig. Das reduziert die Strahlendosis im Vergleich zu bisherigen Eingriffen mithilfe anderen Verfahren vehement.“

Dabei ist der Arbeitsablauf denkbar einfach: Vor dem Nadeleingriff wird von der zu punktierenden Region eine 3D-Rotationsaufnahme der Weichteile (Syngo DynaCT) gemacht, die dem Arzt zur Orientierung dient. Basierend auf diesem Datensatz erfolgt anschließend die Navigation der Nadel. Ein Sensor in der Spitze der Nadel wird in einem elektromagnetischen Feld verfolgt, das über einen Feldgenerator aufgebaut wird. Diese Daten werden in sofort an das iGuide Cappa System übertragen, das die Position der Nadelspitze auf einem Monitor anzeigt und mit dem zuvor aufgenommenen dreidimensionalen Datensatz der Anatomie überlagert. Somit hat der Arzt zum einen die anatomische Information, zum anderen die exakte Position der Nadel und kann den Nadeleingriff sicher durchführen. Besonders vorteilhaft ist diese Methode für langwierige und komplexe Interventionen, da es für eine bessere räumliche Orientierung und somit für eine schnellere und sicherere Navigation zum Zielort sorgt. Zudem wird die erforderliche Strahlendosis erheblich verringert.

Als minimal-invasives Verfahren werden Nadeleingriffe in der interventionellen Radiologie heutzutage immer häufiger durchgeführt, wie etwa bei Eingriffen an der Leber (Radiofrequenz-Ablationen, Biopsien, Drainagen) oder im Thorax. Sie werden bei bestimmten Tumorarten ergänzend zu anderen Therapien zur Schmerzbehandlung oder Zerstörung des bösartigen Gewebes eingesetzt. Bei der Radiofrequenz-Ablation wird der Tumor über die Nadelspitze erhitzt und zerstört. Für die jeweils verschiedenen Eingriffe gibt es eine unterschiedliche Palette von Nadeln. Die Technologie ist in USA und Europa zugelassen und ab sofort auf dem Markt verfügbar.

Der Siemens Healthcare Sector ist weltweit einer der größten Anbieter im Gesundheitswesen. Das Unternehmen versteht sich als medizinischer Lösungsanbieter mit Kernkompetenzen und Innovationsstärke in diagnostischen und therapeutischen Technologien sowie in der Wissensverarbeitung einschließlich Informationstechnologie und Systemintegration. Mit seinen Akquisitionen in der Labordiagnostik ist Siemens Healthcare das erste integrierte Gesundheitsunternehmen, das Bildgebung und Labordiagnostik, Therapielösungen und medizinische Informationstechnologie miteinander verbindet und um Beratungs- und Serviceleistungen ergänzt. Siemens Healthcare bietet Lösungen für die gesamte Versorgungskette unter einem Dach – von der Prävention und Früherkennung über die Diagnose bis zur Therapie und Nachsorge. Zusätzlich ist Siemens Healthcare der Weltmarktführer bei innovativen Hörgeräten. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 49.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist in über 130 Ländern präsent. Im Geschäftsjahr 2008 (bis 30. September) erzielte Siemens Healthcare einen Umsatz von 11,17 Mrd. € sowie einen Auftragseingang von 11,78 Mrd. €. Das Bereichsergebnis betrug 1,23 Mrd. €. (Vorläufige Zahlen)

Weitere Informationen unter: www.siemens.com/healthcare