Negativ-Stress am Arbeitsplatz macht krank

Negativer Stress bringt das Blut
in Wallung; © PixelQuelle.de

In der STARLET-Studie (Stressassoziierte Hypertonie am Arbeitsplatz) wurde - erstmals für Deutschland - der Blutdruck auch in einer Langzeituntersuchung während der Arbeitszeit gemessen. Fast 3.500 Berufstätige nahmen daran teil und ließen wiederholt über einen längeren Zeitraum hinweg ihren Blutdruck messen. Um den Stress einschätzen zu können, ließen die Untersucher die Teilnehmer mehrmals einen Spezialfragebogen zum so genannten Job strain ausfüllen. Darin sollten sie etwa beantworten, ob sie sich im Job überfordert fühlen, oder Unterstützung aus ihrem sozialen Umfeld erhalten.

Dies ist laut Professor Dr. med. Joachim Schrader vom St. Josefs- Hospital Cloppenburg wichtig für das so genannte Coping, die positive Stressverarbeitung. Wenn sie fehlt, steigt bei vielen Menschen auf Dauer der Blutdruck. Das belegen die Daten der Studie. Menschen mit Bluthochdruck berichteten schon zu Beginn häufiger über Negativ- Stress. Nahm der Job strain über die Jahre zu, erhöhte sich auch das Risiko für einen höheren Blutdruck.

Bei nachlassendem Stress sank das Risiko wieder. Langfristig begünstigt Job strain das Auftreten von Herzkreislauferkrankungen. Sie traten bei Menschen ohne Job strain zu
5,7 Prozent Herzkreislauferkrankungen auf, bei Menschen mit zunehmenden Job strain waren es bald 9,8 Prozent, und bei abnehmendem Job strain waren es am Ende nur 3,7 Prozent, berichtet Dr. med. Stephan Lüders vom St. Josefs- Hospital Cloppenburg.

Ob es zum Job Strain kommt, wird nach Einschätzung der Mediziner weniger durch die Tätigkeit selbst bestimmt. Von größerer Bedeutung seien Gestaltung und Sicherheit des jeweiligen Arbeitsplatzes, vor allem aber der erfolgreiche Umgang mit psychisch belastenden Situationen am Arbeitsplatz. Ein weiteres wichtiges Ergebnis war die Verbesserung der Blutdruckbehandlung während der Studie. Während nur 14,5 Prozent der Behandelten normotensive Werte zu Studienbeginn aufwiesen, hatten am Ende der Studie 47,6 Prozent der Behandelten normotensiv eingestellte Blutdruckwerte.

MEDICA.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften