Nervenzellenproduktion entschlüsselt

Foto: CT-Aufnahme eines Gehirns

Häufig Gehirnschäden nach
Schlaganfall © Pixelio.de

"In einem gesunden Gehirn werden bei einem Erwachsenen permanent neue Nervenzellen aus Stammzellen gebildet", erklären Professor Frauke Zipp und Privatdozent Dr. Orhan Aktas, Wissenschaftliche Direktorin und Oberarzt der Cecilie-Vogt-Klinik für Neurologie im HKBB, Charité - Universitätsmedizin Berlin. "Nach einer Schädigung des Hirns jedoch produzieren die Stammzellen kaum mehr Nervenzellen, sondern stattdessen vermehrt so genannte Gliazellen."

Der Unterschied ist entscheidend: Neue Nervenzellen können den durch die Erkrankung entstandenen Hirnschaden reparieren. Gliazellen - auch Stützzellen genannt - die als Gerüst für Nervenzellen dienen, können das nicht. Anders als die Nervenzellen sind sie nicht in der Lage, Informationen zu verarbeiten. Die Folge: Es kommt zu Dauerschäden im Gehirn.

Bei vielen krankheitsbedingten Schädigungen des Hirns kommt es zu oxidativem Stress. Das heißt, es entstehen freie Radikale, die schädlich sind. Die Forscher haben diese Bedingungen künstlich hergestellt und beobachtet, dass dann die Aktivität eines Enzyms namens SIRT1 steigt.

"Dieses Enzym kann man sich als eine Art Wegweiser vorstellen, der den Zellen vorgibt, in welche Richtung sie sich entwickeln sollen", sagt Aktas. Bei Schädigungsprozessen, die zu oxidativem Stress führen können, zeigt der Wegweiser in eine andere Richtung, und statt der hilfreichen Nervenzellen werden Gliazellen produziert.

In künftigen Projekten soll nun herausgefunden werden, wie sich die Zellproduktion steuern und die Erkenntnisse therapeutisch nutzen lassen.

MEDICA.de; Quelle: Charité-Universitätsmedizin Berlin