Netzwerk im Hirn urteilt über schön oder hässlich

Hirnforscher Dr. Jacobsen vor den
symmetrischen Versuchsmustern
© Uni Leipzig

Die Studie, die in einer der November-Ausgaben der Fachzeitschrift NeuroImage veröffentlicht wird, belegt erstmals die Schönheitsbeurteilung auf Grund konkreter visueller Stimuli.

''Unsere Untersuchung verdeutlicht auch vereinfacht gesagt: Über Geschmack lässt sich nicht streiten'', sagt PD Dr. Thomas Jacobsen vom Institut für Psychologie I der Universität Leipzig. Das Ausmaß in dem beispielsweise symmetrische Muster als schön empfunden werden, variiere zwar, jedoch habe keiner der 15 Probanden dies generell als hässlich empfunden.

Die Versuchsteilnehmer hatten jeweils 200 Bilder, davon 100 zum Thema Schönheit und 100 zur Symmetrie zu beurteilen. Dabei wurde der Blutfluss in unterschiedlichen Gehirnregionen mittels Kernspintomograph gemessen. Die Entscheidung über schön oder hässlich fällten die Probanden im Durchschnitt in 1,3 Sekunden pro Abbildung.

Gemeinsam mit dem in Leipzig ansässigen Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften gelang der Beitrag zur Grundlagenforschung. "Es ist ein Thema, das lange Zeit nicht beachtet wurde - auch im Studiencurriculum kam es nicht vor", meint Jacobsen. Ziel sei es gewesen, die Bedeutung der Verarbeitung des Schönen weiter aufzuklären. Jetzt gehe es darum, die einzelnen Strukturen für Gehirnareale in ihrer Funktion für die ästhetische Beurteilung genauer zu benennen.

Das Ergebnis ist Teil eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit rund 70 000 Euro geförderten Projektes zur Neurokognition der visuellen Ästhetik.
Die Untersuchungen des Institutes für Psychologie I sollen kommendes Jahr in einem von der Europäischen Union unterstützten Projekt fortgeführt werden. Dann wollen die Forscher untersuchen, wie das Gehirn der Probanden auf musikalische Reize reagiert.

MEDICA.de; Quelle: Universität Leipzig