Wenn beim erwachsenen Menschen etwas bricht, dann sind es meistens die Unterarmknochen und das Handgelenk. "Derartige Brüche begegnen uns immer öfter", sagt Professor Dr. Thomas Mittlmeier, Leiter der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Ursache sei, dass die Patienten immer älter werden und vielfach unter Osteoporose leiden. "Gleichzeitig besteht aber das Bedürfnis nach der sofortigen funktionellen Nachbehandlung", so Mittlmeier weiter. Das heißt: Die verletzten Körperteile sollen nach der Behandlung möglichst schnell wieder belastbar sein. Auf das Eingipsen als bewährte Heilungsmethode werde gerade bei älteren Menschen ohnehin schon immer öfter verzichtet.

Die drei Entwicklungen an der Rostocker Universität entstanden auf Initiative von Dr. Georg Gradl, Oberarzt in der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Eine der Erfindungen ist eine Kombination aus Nagel und Platte, die komplett im Knochen versenkt werden, so Dr. Gradl. Bisherige Modelle lagen gleichsam als Schiene außen auf dem Knochen auf und störten mitunter Sehnen und Nerven. Die neue, leicht gewinkelte Platte aus Titan wird durch ein Loch in den Knochen eingeführt und dort verschraubt. Auf diese Weise wird der Knochen von innen stabilisiert.

Eine andere Entwicklung ist ein neuartiger gemeinsam mit der Harvard Medical School in Boston (USA) entwickelter Fixateur. Dieser ermöglicht die Fixierung eines gebrochenen Knochens, ohne dass die Beweglichkeit verloren geht. Und das Besondere an der dritten Neuentwicklung ist, dass mit dieser multifunktionellen Platte sowohl Brüche am Oberarm als auch an der Hüfte behandelt werden können. Auch bei dieser Platte war es das Ziel, möglichst wenig Knochenmaterial zu verletzen und größtmögliche Beweglichkeit zu gewährleisen. Im März soll dieses Implantat erstmals zum Einsatz kommen. "Wir arbeiten noch an dem Instrumentarium zum Einsetzen der Platte", so Gradl.

MEDICA.de; Quelle: Universität Rostock