Eine völlig neue Generation von Polymer-beschichteten Metall-Stents könnte jetzt das Risiko von Komplikationen nochmals weiter verringern, berichtete Dr. Rüdiger Blindt aus Aachen auf dem Europäischen Kardiologenkongress in Stockholm. Blindt arbeitet an der Entwicklung einer solchen Innovation. Mit den neuen Medikamenten-beschichteten Stents (DES) komme es seltener als bei den herkömmlichen Metall-Gefäßstützen zu einer Restenose.

Probleme beim Einsatz der derzeit verwendeten DES sieht der Kardiologe durch eine neointimale Hyperplasie und die damit verbundene neuerliche Verengung der Gefäße begründet, ähnlich der bereits bekannten Restenose-Mechanismen bei den herkömmlichen Stents. Auch die verzögerte Bildung neuer Gefäßinnenhaut (Endohelialisierung), die eine längere Behandlung mit blutverdünnenden Substanzen notwendig macht, könnte zu ungünstigen Langzeitergebnissen beitragen.

"Unser Ziel war es, einen mit einem Polypeptid beschichteten Stent zu entwickeln, der die Entstehung von Vorläuferzellen der Gefäßhautzellen fördert", berichtete Blindt. "Dadurch soll eine schnellere Bildung von Gefäßinnenhaut nach der Implantation ermöglicht werden." Verwendet wird ein Polymer-beschichteter Metall-Stent, in dessen Matrix das Polypeptid cRGD eingearbeitet wird. Diese Aminosäurenverbindung kann bestimme Rezeptoren von Vorläuferzellen der Gefäßinnenhaut binden und die Hautbildung beschleunigen.

Während das neue Konzept ganz auf die rasche Wiederentstehung einer Endothelauskleidung des Fremdkörpers setzt, deren Wirksamkeit in entsprechenden klinischen Studien belegt werden muss, wird sich die etablierte Wirksamkeit von wachstumshemmenden Medikamenten im Vergleich oder in Kombination durch entsprechende Untersuchungen zeigen.

MEDICA.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V.