Neuartiger Bluttest auf Hepatitis C

Foto: Patient bei der Blutabnahme

Ein neuartiger Bluttest könnte
Hepatitis C eindämmen;
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Der neue Test funktioniert im Prinzip genauso wie die meisten Tests, die am Markt sind: Alle Verfahren erkennen Erbgutsequenzen im Blut, die von einem Hepatitis C-Virus stammen. Was die Sache schwierig macht: Es gibt verschiedene Erregertypen, deren Erbgut sich zum Teil deutlich unterscheidet. Ein guter Bluttest sollte bei jedem dieser Typen gleichermaßen Alarm schlagen.

„In Asien finden wir beispielsweise oft andere Hepatitis C-Viren als bei uns“, sagt Doktor Jan Felix Drexler, Mitglied der Arbeitsgruppe Virologie, die am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg und an der Universität Bonn forscht. „Wenn sich aber ein Fernreisender in Thailand infiziert und später in Deutschland Blut spendet, müssen wir diese Blutproben ebenfalls sicher erkennen können.“ An manchen Stellen stimmt jedoch auch das Erbgut verschiedener Erregertypen weitgehend überein. Genetiker sprechen von konservierten Regionen. Alle kommerziellen Tests haben sich auf eine dieser Stellen „spezialisiert“.

Das neue Verfahren schlägt dagegen an, wenn es Sequenzen aus einer anderen konservierten Region findet, die bisher noch nicht zur Diagnostik von Hepatitis C verwendet wurde. Dass dieses Verfahren gut funktioniert, konnten die Forscher an knapp 600 Blutproben aus fünf verschiedenen Ländern zeigen. Damit haben auch ärmere Länder erstmals die Chance, ihre Blutkonserven zu vergleichsweise geringen Kosten zu untersuchen. „Das wäre ein wichtiger Durchbruch bei der Eindämmung der Krankheit“, betont Drexler. „Schließlich sind Transfusionen ein wichtiger Verbreitungsweg.“

In einem Brasilianischen Labor wurde der neue Bluttest erfolgreich an 127 Patienten erprobt. Mit dem Verfahren lässt sich nicht nur feststellen, ob eine Infektion mit Hepatitis C-Viren vorliegt. Mediziner können damit auch die Menge der Viren um Blut bestimmen. Der Bluttest eignet sich daher beispielsweise auch, um den Erfolg einer Therapie zu kontrollieren.

MEDICA.de; Quelle: Universität Bonn