Die Schülerin aus Israel litt seit ihrem zehnten Lebensjahr unter mehrmals monatlich auftretenden epileptischen Anfällen mit Bewusstseinsverlust. Eine medikamentöse Behandlung brachte keinen Erfolg. Eine Hirnoperation, bei der die Anfallsherde hätten ausgeschaltet werden können, war nicht möglich, da der Anfallsherd nicht präzise bestimmt werden konnte.

"Dem Mädchen konnte aufgrund der bislang zur Verfügung stehenden Methoden der präoperativen Diagnostik nicht durch eine Operation geholfen werden, da die Anfallsherd-Ortung und Erkennung benachbarter funktionell wichtiger Hirnregionen nicht möglich war", sagt Prof. Dr. Hermann Stefan. Anfang 2005 kam die Patientin erstmals in das Epilepsiezentrum Erlangen (ZEE), das von Professor Stefan geleitet wird.

Bei der Untersuchung des Hirnaufbaus und wichtige Hirnfunktionen wurden modernste Diagnoseverfahren, wie Magnetenzephalographie (MEG) und Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt. Durch diese multimodale Funktionsdiagnostik gelang es, den Ort der epileptischen Aktivität und die Fasersysteme der Sehbahn präzise abzubilden und dadurch dem Operateur die Informationsgrundlage für eine sichere Operation zu liefern.

"Diese Informationen wurden mit Hilfe der intraoperativen Neuronavigation und des intraoperativen Magnetresonanztomographs in die Operationsplanung und -durchführung einbezogen und ermöglichten eine optimale maßgeschneiderte Entfernung des epileptogenen Areals ohne funktionell wichtige Hirnregionen zu gefährden", sagt Professor Stefan.

Das Mädchen ist postoperativ anfallsfrei. Eine längere Verlaufskontrolle hat dies bestätigt. Damit wurde weltweit erstmals auch für besonders schwierige Fälle eine neue nicht-invasive diagnostische Möglichkeit für eine besonders funktionsschonende Epilepsiechirurgie in Erlangen eröffnet.

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg