Der Atem verrät nicht nur, was man gerade gegessen hat. Auch manche Erkrankungen machen sich durch spezielle Mundgerüche bemerkbar. Bisher war eine derartige Untersuchung aber sehr aufwendig, die Proben mussten vor der Analytik präpariert werden. Die neue Methode basiert auf der Quadrupol-Flugzeit-Massenspektrometrie, kurz QTOF. Dabei werden Moleküle elektrisch aufgeladen und anhand ihres Molekulargewichts getrennt und identifiziert.

Der entscheidende neue Kniff an der Methode ist die Art der Probenaufgabe in das Massenspektrometer. Üblicherweise wird eine Probe zunächst extrahiert und diese Flüssigkeit dann mit Hilfe eines elektrischen Feldes zerstäubt. Stattdessen führen die Forscher eine direkte Tröpfchen-Tröpfchen-Extraktion durch: Die Atemluft-Probe wird direkt in die Elektrospray-Anordnung geleitet und kreuzt hier einen Strom geladener Reagenzien-Tröpfchen, die die interessierenden Moleküle aufnehmen und aufladen.

Auf ihrer Reise ins Massenspektrometer verlieren die Tröpfchen Lösungsmittel und werden immer weiter zerteilt, bis zuletzt die geladenen Moleküle übrigbleiben, die in den QTOF-Massenanalysator gelangen. Auf diese Weise kann die Massenanalyse kontinuierlich über längere Zeit laufen und es können damit größere Probenmengen untersucht werden.

Die Proben müssen nicht vorbehandelt werden, Verluste werden so reduziert. Vor allem aber werden, im Gegensatz zu gängigen Verfahren, auch die tröpfchenförmigen Bestandteile der Atemluft erfasst, die die größeren, nicht flüchtigen Substanzen enthalten. So lassen sich auch Spuren dieser Verbindungen in komplexen Matrices nachweisen und quantifizieren.

MEDICA.de; Quelle: Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.