Neue Ansatzpunkte für Brustkrebstherapie

Hohe Konzentration des Proteins
YB-1 verursacht chromosomale
Instabilität; © caesar

Das Eiweiß YB-1 löst fehlerhafte Zellteilungen aus, die zur Tumorbildung führen. In der aktuellen Ausgabe der renommierten amerikanischen Fachzeitschrift Cancer Research sind jetzt die Ergebnisse erschienen, die in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, der Charité der Humboldt-Universität Berlin, des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, Berlin-Buch und des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg entstanden sind.

In früheren Arbeiten konnten die caesar-Forscher um Dr. med. Hans-Dieter Royer erstmals zeigen, dass YB-1, ein körpereigener Eiweißstoff des Menschen, in Brustkrebszellen verstärkt gebildet wird und mit der Multimedikamenten-Resistenz zusammenhängt. Normalerweise spielt YB-1 bei der Zellteilung und anderen biologischen Vorgängen, die mit der Abwehr von Umweltbelastungen zu tun haben, eine Rolle.

In Brustgewebezellen führen erhöhte Konzentrationen von YB-1 zur Zellteilung, wie durch transgene Mäuse gezeigt wurde. Allerdings ist die von YB-1 aktivierte Zellteilung fehlerhaft und verursacht genetische Schäden, beispielsweise überzählige Chromosomen, wie die Forscher herausgefunden haben. Genau dieser Mechanismus bewirkt die Entwicklung von Brustkrebs in den transgenen Tieren.

Bei bösartigen Tumoren des Menschen ist sehr häufig die Anzahl und Struktur der Chromosomen, die das Erbgut enthalten, verändert. Es ist unklar, ob diese genetische Instabilität eine Ursache oder eine Konsequenz der Tumorbildung ist. Die Ergebnisse der caesar-Forscher weisen darauf hin, dass sie zumindest beim Brustkrebs die Tumorbildung verursacht.

MEDICA.de; Quelle: caesar - Center of Advanced European Studies and Research