Erstmals konnten Lungenmetastasen von Patienten gezielt behandelt werden, bei denen eine chirurgische Entfernung der Streuungsherde nicht möglich ist und auch eine systemische Chemotherapie nicht anspricht. Das neue Verfahren, die so genannte transpulmonale Chemoembolisation (TPCE), wurde vom Team des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie unter der Leitung von Professor Dr. Thomas Vogl entwickelt.

Es ermöglicht die lokale Behandlung direkt an der Metastase, also eine selektive Applikation des Chemotherapeutikums. "Die Vorteile dieses Verfahrens bestehen vor allem in der geringen Patientenbelastung. Da eine niedrigere Dosis an Chemotherapeutikum ausreicht als bei einer intravenösen Therapie, bestehen nur geringe Nebenwirkungen für den Patienten. Zudem ist lediglich ein kurzer ambulanter Aufenthalt notwendig", so Vogl.

Die Behandlung wurde jeweils ambulant zwei- bis viermal im Abstand von mindestens zwei und maximal vier Wochen vorgenommen. Von 23 behandelten Patienten konnte bei 60 Prozent ein Wachstumsstop oder eine Verkleinerung des Tumors beobachtet werden.

Bei sechs der Patienten wurde eine Karzinomreduktion festgestellt, wobei die durchschnittliche Abnahme der Tumormasse bei 56,8 Prozent lag. In neun Fällen wurde ein fortschreitendes Tumorwachstum gemessen. Besonders gut spreche TPCE bei Lungenmetastasen von soliden Tumoren wie Schilddrüsen-, Muskel-, und Nierenzellkarzinomen an.

Bei der Behandlungsmethode wird die Chemotherapie über die pulmonare Arterie mit Hilfe eines endovaskulären Ballonkatheters direkt im Streuungsherd platziert. Ein kleiner Ballon an der Katheterspitze verhindert den Weiterfluss des Chemotherapeutikums in die weiterführenden Arterien.

Die Daten zeigen, dass die transpulmonale Chemoembolisation als neue lebensverlängernde Therapieform zur Behandlung von Lungenmetastasen grundsätzlich geeignet ist, so die Forscher.

MEDICA.de; Quelle: Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt